Kunst in der Innenstadt

Bad Godesberger Künstler Heinz Feuerborn hinterlässt Spuren

Bad Godesberg. Er ist ein Mann, der im Bad Godesberger Stadtbild viele Spuren hinterlassen hat und dessen Werke einem auf Schritt und Tritt begegnen. Ob in Form von Brunnen, Gemälden, Brunnenfiguren oder Plastiken. Heinz Feuerborn hat sich mit der Kunst einen Namen gemacht.

Wahrscheinlich wissen nur die Wenigsten, was der heute 87-Jährige in seinem Leben errichtet, entworfen und geleistet hat. Seine Liebe zur Kunst entwickelte sich schon im Kindesalter. „Ich war ein lebhaftes Kind, auch ein Rabauke. Nur beim Malen vergaß ich die ganze Welt“, sagt Feuerborn. Als 13-Jähriger modellierte er Flugzeuge aus Holz, sodass er in diesem jungen Alter bereits in der Lage war, Segelflieger herzustellen.

Seine Begeisterung fürs Modellieren und für die Malerei stieg wuchs weiter: Feuerborn sah den italienischen Renaissancekünstler Michelangelo schon im Kindesalter als Vorbild an. Nachdem er die Volksschule in Hemer/Kreis Iserlohn besucht hatte und eine Maurerlehre ebenfalls in Iserlohn absolvierte, folgten eine Bauzeichnerausbildung und der Besuch der Ingenieurschule Hagen.

Doch der gebürtige Hemeraner hat noch mehr Facetten. Nicht nur seine Leidenschaft für Kunst, sondern auch die für Sport machen ihn aus. 1955 schloss er als Diplom-Sportlehrer ab, wobei er zuvor an der Deutschen Sporthochschule in Köln studierte. Ob Marathonläufer, Turner oder Boxer: In seiner Jugend trieb er so ziemlich jeden Sport, den man sich vorstellen kann. Letztendlich reizte ihn der Zehnkampf am meisten. 1954 wurde er Westdeutscher Meister und hielt den deutschen Hochschulrekord.

Feuerborn verarbeitet in seinen Werken

Schließlich wurde er im Anschluss an sein Studium Trainer in der Leichtathletikabteilung von Bayer 04 Leverkusen und ab 1956 Sportlehrer im Schuldienst. Ein Jahr später arbeitete er dann als Sportlehrer am Beethoven-Gymnasium in Bonn, wo er bis 1993 zudem als Kunstlehrer unterrichtete.

Seine Liebe zum Sport spiegelt sich auch in seinen Werken wieder. Unter seinen rund 265 Bildern und 63 plastischen Arbeiten finden sich Zehnkämpfer und andere Sportler wieder. Mit seiner Skulptur „Läufer“ wurde sogar Mateusz Pryzbylko, deutscher Jugendmeister im Hochsprung 2017 geehrt. Auch im Beethoven-Gymnasium findet man Kunst von ihm.

1960 heiratete Feuerborn die Allgemeinmedizinerin Dr. Margreth Sondermann, die heute nicht mehr lebt. Vier Jahre später legte er an den Kölner Werkschulen und am Kölner Werklehrerseminar sein Examen ab. 1993 trat er dann in den beruflichen Ruhestand, und genießt nun den Ausblick und die Ruhe in seinem Haus in Muffendorf.

Vieles, was ihn bewegte und was ihm zugestoßen war, verarbeitete Feuerborn in seinen Werken. Als Hundeliebhaber fertigte er beispielsweise eine Figur seiner fünf Boxerhunde an. Auch mit dem Tod seines jüngeren Bruders beschäftigte er sich in dem Gemälde „Traurige Maske“. Feuerborn: „Ich habe schon immer zu besonderen Anlässen besonders gemalt.“

Werke am Muffendorfer Remi-Baert-Platz

Im öffentlichen Raum stößt man zum Beispiel am Muffendorfer Remi-Baert-Platz auf sein Schaffen. Die 1993 entstandene Bronzeplastik „Spielende Kinder“ soll „Freude und Jugendlichkeit ausdrücken. Die beiden Figuren, ein Mädchen und ein Junge im Alter von zwölf Jahren, fassen einander an und freuen sich darüber, die schöne Landschaft zu erleben“, sagt der Künstler.

Intention dieses Werkes ist es, Kinder darzustellen, die wirklich noch Kinder sind. Oft empfindet Feuerborn die Gesichter der Zwölfjährigen heute als die von Erwachsenen. Wegen des „wunderschönen Ausblicks auf Muffendorf und Godesberg und der zentralen Lage“ habe sich der Remi-Baert-Platz besonders für die Plastik samt Kaskadenbrunnen geeignet, findet Feuerborn.

Seine Brunnenfigur „Jugend als Bewahrer der Welt“ (2002) an der Alten Bahnhofstraße empfindet der Muffendorfer als „besonders eindrucksvoll“. Dargestellt werden fünf aufrecht stehende junge Erwachsene, die sich auf einer kreisrunden Platte befinden. Anlass des Künstlers ist der „Wunsch nach friedvollem Miteinander. Die Figuren symbolisieren die fünf Kontinente und damit die Jugend der Welt, die sich darum bemüht, einen Weg zum Zusammenkommen zu finden.“

Seit 1977 veranstaltet der Künstler Ausstellungen seiner Werke – und macht es noch heute: Ab Freitag, 1. Dezember, präsentiert er 40 Bilder und große Plastiken im Kelterhaus an der Gringsstraße.