Spiegelzelt an der B9

Bad Godesberg bekommt eine neue Revue-Bühne

Bad Godesberg . Auf der B9 an der Ecke Hochkreuzallee wird ein altes belgisches Spiegelzeit zur Spielstätte für wechselnde Shows umgestaltet. Die Stadt Bonn hatte jüngst die erforderliche Genehmigung dazu erteilt.

Die beiden Schauspieler Dirk Vossberg-Vanmarcke und Knut Vanmarcke haben von der Stadt die Genehmigung erhalten, für die nächsten zwei Jahre direkt an der B9 ihren Traum zu verwirklichen: In den nächsten Wochen bauen die beiden Godesberger an der Ecke Hochkreuzallee ein altes belgisches Spiegelzelt von 1935 auf, das ganzjährig wechselnde Shows bietet.

Offizielle Premiere ist am 20. September, wenn es „Mit 17 hat man noch Träume“ heißt. In der musikalischen Komödie lassen die beiden und ihr Ensemble die 1960er Jahr aufleben. Ein paar Wochen später ist die Operette „Im weißen Rößl“ zu sehen, wo Walter Ullrich, der Intendant des Kleinen Theaters Bad Godesberg, Kaiser Franz Joseph spielt, Knut Vanmarcke mit einem Augenzwinkern die Rößl-Wirtin.

„Wo meine Sonne scheint“, „Tipitipitipso beim Calypso“ und „Steig in das Traumboot der Liebe“: Das sind die Lieder von Caterina Valente, die Dirk Vossberg-Vanmarcke und Knut Vanmarcke begeistern. In Anlehnung an die italienische Entertainerin haben Vossberg-Vanmarcke und Vanmarcke ihren eigenen Künstlernamen gefunden: die Familie Malente. Im gleichnamigen schleswig-holsteinischen Ort hatte 1954 auch die deutsche Fußballnationalmannschaft vor ihrem WM-Sieg in Bern trainiert. Auch hier ist der Bezug zur Wirtschaftswunderzeit, deren Lebensgefühl und Schlager die Künstler faszinieren.

Auch auf dem Traumschiff unterwegs

Für sie soll es ein besonderes Premierenjahr mit einigen durch fünf teilbaren Eckdaten werden: Seit 20 Jahren sind beide ein Paar, seit fünf Jahren verheiratet, Vossberg-Vanmarcke wird 50, die Familie Malente 15. Kennengelernt haben sie sich 1998 in Schmidts Tivoli in Hamburg, als sie bei der Kultrevue „Fifty-Fifty“ mitspielten. „Wir wollten dann was Eigenes machen“, sagt Vanmarcke. Ein Agent lotste sie zu Auftritten auf Kreuzfahrtschiffen, von denen es damals gerade mal acht gab – zum Beispiel die MS Europa und die MS Deutschland. Beim „Traumschiff“-Dreh haben sie dann Heide Keller kennengelernt. „Sie hat sich sofort in uns verliebt“, sagt Knut Vanmarcke. Sie brachte sie zu Ullrich ans Kleine Theater, der ihnen mit dem fünf Wochen lang ausverkauften „Souvenirs“ eine Chance auf der Bühne gab. „Wir sind ihm bis heute treu geblieben und dankbar“, meint Dirk Vossberg-Vanmarcke.

„Vielen Dank für die Blumen“ ist nun die letzte Show der Familie Malente, mit der sie das Tourneeleben im März in Lippstadt beenden. Sie will nun Bonn ein musikalisches Unterhaltungstheater bringen. „Was wir machen, deckt hier keiner ab“, ist sich Dirk Vossberg-Vanmarcke sicher. Denn es handele sich nicht um Varieté wie das GOP, Kabarett oder Boulevardtheater. Auf den Standort fiel die Wahl, weil Knut Vanmarckes Familie hier lebt. Sein Mann, ein Hamburger, sieht sich selbst längst als „Rheinländer im Herzen“. Beide sind übrigens auch schon mit Bill Ramsey und Paul Kuhn aufgetreten.

Die Malentes schauten zunächst, ob sie im Kleinen Theater oder sogar mit Zelt im Becken des Kurfürstenbads unterkommen können. Am Ende fiel die Wahl auf das Grundstück an der B 9, wo Malente knapp eine Million Euro investiert. Ende April soll der Theaterpalast stehen. Am 9. Mai wird es bei der 12. Bonner Theaternacht eine Baustellenshow geben. Die Eintrittspreise sollen zwischen 25 und 45 Euro liegen. Das Unternehmen hat rund 15 Mitarbeiter plus Ensemble. Gespielt wird immer von Mittwoch bis Sonntag. Gebucht sind für 2019 schon die Fabulous Singlettes aus Melbourne.

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