Würdige Begleitung bis zum Tode

Bürgerstiftung setzt nach Ministerbesuch auf Politik

BAD GODESBERG. Nach dem Besuch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im CBT Wohnhaus Emmaus in der vergangenen Woche hegt die Bürgerstiftung Rheinviertel die Hoffnung dass bei der Reform des Gesundheitssystems ein gesetzlicher Anspruch auf Sterbebegleitung im Altenheim berücksichtigt werden kann

Dabei beruft sich die Stiftung, die seit 2006 in zwei Bad Godesberger Altenheimen das Projekt "Integriertes Hospiz im Altenheim" betreibt, auf eine Studie. Diese belege, dass ein Rechtsanspruch auf eine würdigere Betreuung Sterbender in den Altenheimen möglich sei, ohne dass dem Gesundheitssystem zusätzliche Kosten entstünden.

Dabei tue eine zusätzliche Begleitung der Sterbenden in den Altenheimen dringend Not, so hatte auch der Initiator des Projektes, Wolfgang Picken, gegenüber dem Minister argumentiert. Durchschnittlich verstürben mehr als ein Drittel aller Bewohner jährlich in Deutschlands Altenheimen. Die meisten seien intensiv pflegebedürftig und dement. Viele Altenheime seien inzwischen zu einer Art Hospiz geworden.

Das muss nach Auffassung der Bürgerstiftung Rheinviertel hinreichend Berücksichtigung in der Gesetzgebung und im Pflegesystem finden. "Die intensive Begleitung der Sterbenden führt die Pflegenden in den Altenheimen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Wenn in den Altenheimen zukünftig ein Sterben in Würde möglich bleiben soll, braucht es hier dringend zusätzliche fachliche Begleitung", so Picken.