Plätze in Rüngsdorf und Plittersdorf

Bürger wollen Rückkehr der Standuhren

So sah der Römerplatz früher aus. Einige Rüngsdorfer wünschen sich „ihre Uhr“ zurück, wenn der Verteilerkreis an dieser Stelle fertig ist.

So sah der Römerplatz früher aus. Einige Rüngsdorfer wünschen sich „ihre Uhr“ zurück, wenn der Verteilerkreis an dieser Stelle fertig ist.

Plittersdorf/Rüngsdorf. Stadt und Besitzer führen Gespräche, ob sie nach den Platzumbauten wiederkommen. Laut einem Bürger hat das Werbeunternehmen Ströer Bereitschaft signalisiert.

Die Arbeiten am neuen Kreisverkehr in Plittersdorf an der Kreuzung Mittelstraße/Ubierstraße sind seit über einem Jahr abgeschlossen. In Rüngsdorf ist die Konstruktion eines Kreisels am Römerplatz derweil in vollem Gange. Eines haben die Baustellen gemeinsam: Die zwei Standuhren, die vorher jahrelang an ihrer Stelle gestanden hatten, fielen ihnen zum Opfer. Bisher war unklar, ob sie wieder aufgestellt würden. Die jüngste Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg brachte dank eines Bürgerantrags aus Rüngsdorf Bewegung in die Sache.

Wie einige Plittersdorfer in der Vergangenheit, bekundeten jüngst die Rüngsdorfer, dass sie sich „ihre Uhr“ zurückwünschten. In ihrem Antrag bezeichneten sie die Uhr als „eine Art Wahrzeichen für Rüngsdorf und den Römerplatz“ und forderten die Stadt auf, sich für ihre Wiederaufstellung einzusetzen. Die Stadtverwaltung teilte jedoch mit, dass die blaue Uhr dem privaten Werbeunternehmen Ströer gehöre. Farblich passe sie nicht ins neue Gesamtkonzept, generell sei auf dem Platz keine Standuhr mehr eingeplant. In der vorher durchgeführten Bürgerbefragung sei das Thema nicht aufgekommen, so die Verwaltung.

Der Wortführer der Rüngsdorfer, Benjamin Odermatt, konnte den letzten Punkt bestätigen. In der Befragung sei es aber hauptsächlich um die Verkehrsführung, nicht die Gestaltung des Platzes gegangen. „Das Gefühl in der Nachbarschaft ist, dass die Uhr da hingehört“, so der Anwohner. Sie mache den Platz attraktiver. Es müsse auch nicht zwingend die alte Uhr aufgestellt werden, solange überhaupt wieder eine Uhr installiert würde.

Uhren seien seit Anfang des Jahres nicht mehr Inhalt des Werberechtsvertrags zwischen Ströer und der Stadt, da sie als Werbefläche zu unwirksam seien, erklärte ein Mitarbeiter der Verwaltung. Die alte Uhr komme damit nicht mehr in Frage. Vertreter der CDU, SPD und Linken sahen in der Vertretung die Schwierigkeiten, eine Uhr nachträglich auf dem fertigen Platz aufzustellen. Trotzdem befürworteten sie, weitere Nachforschungen anzustellen. Am Ende wurde einstimmig beschlossen, dass die Stadtverwaltung die Aufstellung der alten oder einer neuen Uhr prüfen möge.

Auf Anfrage teilte das Presseamt der Stadt nach der Sitzung mit, dass sich auch die Uhr aus Plittersdorf im Besitz von Ströer befände. „Vor Beginn der Bauarbeiten für die Kreisverkehre in Rüngsdorf und Plittersdorf hat die Firma die Uhren abgebaut und mitgeteilt, sie nicht wieder aufzubauen“, so eine Mitarbeiterin des Presseamts. Odermatt hingegen meinte, zwei Mitarbeiter von Ströer sollen „großes Interesse“ seitens der Firma bekundet haben, auf dem Römerplatz wieder eine Uhr zu installieren. Dem GA gegenüber zeigte sich Ströer verhalten. „Aktuell befinden wir uns in Gesprächen mit der Stadt, wie mit dem genannten Standort am Römerplatz in Bonn-Rüngsdorf verfahren werden kann“, gab die Unternehmenskommunikation an.