Beckers Garten in Rüngsdorf

Bürger fordern Verkehrskonzept

RÜNGSDORF. Ob die Forderung nach einem Verkehrskonzept oder die Kritik an der Rodung der Bäume: Die geplante Bebauung von Beckers Garten beschäftigte die Rüngsdorfer am frühen Montagabend zum wiederholten Male. Gut 25 Bürger und Kommunalpolitiker waren gekommen, um den Ausführungen von Planer Ralf Thielecke zu folgen.

Investor Marc Asbeck war nicht dabei. Dass die Teilnahme eher gering ausfiel, mochte am Zeitpunkt (17 Uhr) liegen; oder daran, dass der Termin zwischenzeitlich abgesagt werden sollte, hieß es von einigen Bürgern. Nichtsdestotrotz wurde eifrig diskutiert, genau wie am Dienstag, wo sich die Politiker im Umweltausschuss kontrovers mit dem Thema auseinandersetzten.

Rodung: Unmut gab es über die bereits erfolgte Fällung der Bäume auf dem Gelände zwischen Heisterbachstraße, Von-Sandt-Ufer, Rhein- und Basteistraße. Die sei zwar aufgrund einer bereits erteilten Baugenehmigung für ein altes Projekt rechtens, hieß es am Montag.

Verständnis hatten die Anlieger deswegen aber noch lange nicht. "Die Frage ist doch, welche Bäume für die Bebauung noch weichen müssen. Und das werden praktisch alle sein", sagte ein Bürger und erntete zustimmendes Kopfnicken. Stimmt, gab Thielecke zu. Allerdings müsse bedacht werden, dass auf dem Gelände Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. "Es ist wie bei einer Allee. In der Regel kommt der Altbestand weg, und es wird neu gepflanzt."

Artenschutz: Zurzeit werde eine Artenschutzprüfung durchgeführt, erklärte Thielecke. "Die brauchen wir nicht mehr. Nach den Rodungen sind doch alle Bäume weg", meinte Monika Gottmann, die an diesem Abend nicht als Vorsitzende des Ortsausschusses, sondern als direkte Nachbarin anwesend war. Mit Blick auf die Heckenbrüter sei das richtig, entgegnete Thielecke. Alle anderen Tiere, wie zum Beispiel Fledermäuse und Kleintiere, aber seien noch da.

Mietwohnungen: "Es bleibt dabei: Die Wohnungen werden vermietet", sagte Thielecke. Zweifel machte sich auf den Gesichtern der Anlieger breit. Erst sei auf dem Gelände eine Einzelvilla geplant gewesen, dann seien es nach mehreren Reduzierungen 49 Wohneinheiten gewesen. "Das ist für jemanden, der das hier präsentieren muss, natürlich äußerst nachteilig."

Verkehr: Was geschieht mit dem Baustellenverkehr? Besteht in der Zukunft die Gefahr eines Verkehrskollapses? Um diese und weitere Fragen zu beantworten müsse ein Verkehrskonzept her, war die einhellige Meinung. Den Vorschlag eines von Asbeck beauftragten Gutachters - die Einbahnstraße zwischen Heisterbachstraße und Beckers Garten umzudrehen, die Rolandstraße an den beiden Kreuzungen mit der Rheinstraße und Am Schwimmbad zu sperren - stieß auf wenig Gegenliebe. "Alles sollte so bleiben wie es ist. Stattdessen sollte die Rolandstraße vom Kirchturm bis zur Schwannstraße zur Einbahnstraße werden", schlug Gottmann vor.

Das weitere Vorgehen: Heute Abend steht das Thema auf der Tagesordnung des Planungsausschusses, Ende April beschäftigt es den Rat. Dazwischen soll es noch eine weitere Bürgerversammlung geben, kündigte Thielecke an. Wird die öffentliche Beteiligung beschlossen, können die Bürger die Pläne im Stadthaus einsehen, Kritik und Anregungen äußern.