Schwimmbecken im Konrad-Adenauer-Gymnasium

Bürger Bund wirft Stadt Bonn Täuschung vor

An Unterricht ist nicht zu denken: Gähnende Leere im Schwimmbad des Konrad-Adenauer-Gymnasiums in Pennenfeld.

Zurzeit geschlossen: Das Schwimmbad des Konrad-Adenauer-Gymnasiums ist auch für andere Schulen und Vereine wichtig.

Bad Godesberg. Die Diskussion über die notdürftige Reparatur des Schwimmbads im Konrad-Adenauer-Gymnasium, was laut Stadt zwei Jahre dauern soll, ist erhitzt. Der Bürger Bund sieht Alternativen, die Verwaltung weist die Vorwürfe von sich und verweist auf unbedingt einzuhaltende Hygienewerte.

Der Bürger Bund Bonn (BBB) wirft der Stadt Täuschung vor: Es geht dabei um die Reparatur des Schwimmbeckens im Konrad-Adenauer-Gymnasium. Stadtverordneter Marcel Schmitt behauptet, dass eine Investition von rund 21 000 Euro gereicht hätte, um den Schwimmbetrieb für die nächsten Jahre provisorisch wieder zu sichern. Die Verwaltung habe das gewusst, stattdessen aber davon gesprochen, dass es keine Ersatzteile gebe. Das Bad war jüngst Thema bei der Sitzung des Betriebsausschusses SGB.

Wie berichtet, soll das Bad, das von mehreren Schulen und Vereinen genutzt wird, zwei Jahre lang geschlossen bleiben, um die defekte Filteranlage zu wechseln und die für die Wasserhygiene wichtige Beckenhydraulik zu verändern und zu erneuern: Bei Letzterer handelt es sich um die Durchströmung des Schwimmbeckens.

„Die Filteranlage besteht aus mehreren Kesseln, nur einer davon ist ausgefallen“, sagte Schmitt. Er hatte bei der Stadt um Akteneinsicht gebeten und war dabei auf ein Angebot einer Firma in Baden-Württemberg gestoßen. Die wollte einen Ersatzfilterkessel für 21 223,65 Euro liefern, wobei noch für den dreitägigen Einbau zu zahlen wäre. Zwei Wochen nach Eintritt des Schadens habe die Stadt dieses Angebot erhalten. „Trotzdem wurde der leicht mögliche Tausch des Filters nicht beauftragt.“ Schmitt kritisierte, dass stattdessen ein Ingenieurbüro mit der Erstellung „eines umfangreichen Gutachtens“ beauftragt wurde. Daran aber orientiert sich das Städtische Gebäudemanagement (SGB). Danach wird eine umfangreiche Sanierung vorgeschlagen, da sonst das Risiko zu hoch sei, dass die bereits grenzwertigen Hygienewerte auf Dauer nicht eingehalten würden.

Andere Parteien zeigen Verständnis für die Stadt

Für Schmitt ein fadenscheiniges Argument, da die Vorschriften bisher immer befolgt worden seien. Er denkt, dass ein neuer Kessel die Werte sogar verbessern könnte. „Der Hubboden ist erst 2015 erneuert worden“, sagt Schmitt. Er verstehe nicht, warum die Beckenhydraulik nicht gleich mit saniert wurde. Man solle doch in den Filter investieren, damit das Schul- und Vereinsschwimmen weitergehen könne. Die große Reparatur könne erfolgen, wenn wieder ein Stadtteilbad zur Verfügung stünde.

Das SGB bestätigte am Montag, dass ihr das Angebot vorliegt. Der Tausch des Filters sei aber nicht möglich, weil er nicht mehr zulässig sei und es vielmehr eines Komplettaustauschs der Filteranlage bedürfe. Somit weist die Stadt den Vorwurf, sie hätte das Angebot bewusst verschwiegen, zurück.

Im Ausschuss stand der Bürger Bund allein da, die anderen Parteien zeigten Verständnis für die Argumente der Stadt. „Die Wasserqualität ist wichtig“, sagt Birgitta Jackel (CDU). Das Risiko für einen provisorischen Austausch sei zu groß. Die jetzige Erneuerung dauere halt zwei Jahre. Ralf Laubenthal (SPD) kennt es von der Beueler Bütt, dass Hygienewerte wegen der Überlastung der Technik nicht eingehalten wurden. „Wir sehen das wie die Verwaltung.“ Zumal noch Ingenieure eingeschaltet worden seien. Rolf Beu (Grüne) schließt sich an, denkt aber, dass die Stadt es von Anfang an transparenter hätte darstellen können: „Sie hat nicht die glücklichste Rolle gespielt.“ Er gibt den Ball an Schmitt zurück: „Was wäre denn die Reaktion gewesen, wenn man das Geld ausgegeben hätte und die Grenzwerte wären dann nicht in Ordnung gewesen?“ Dann hätte es wohl geheißen, dass Steuergelder verbrannt würden.