Katrin Klingmann stellt in der Ahrstraße aus

Ausstellung "Fast arglos" in der Bezirksbibliothek

BAD GODESBERG. Skulpturen, Fotografien und Gemälde: Ganz unterschiedliche Kunstwerke präsentieren Renate Barth und Heidi Hildebrand derzeit bei einer Gemeinschaftsausstellung im Foyer der Bezirksbibliothek in der Moltkestraße. Bis zum 25. September sind die Kunstwerke noch zu sehen.

Barth hat sich vom Motto "Fast arglos" inspirieren lassen. Sie sei die Bilder "locker und ohne vorherige Planung" angegangen. Was ihr im Leben begegnet ist, wurde in den Gemälden herausgearbeitet - eine Art Tagebuch oder künstlerische Reflexion. "Das Bild ist die Bühne und darauf kommt das Stück", beschrieb sie den Prozess. Motive wie eine Schildkröte oder eine Reihe von Schwalben erkennt man leicht, die meisten Elemente lassen jedoch wesentlich mehr Raum zur Interpretation.

Hildebrand ist ursprünglich gelernte Pharmazeutin und studierte Physikerin. Nach rund zwanzig Jahren Berufsleben orientierte sie sich 2011 neu und schloss mit einem Bachelor of Fine Arts ein Studium der bildenden Kunst und Bildhauerei an der Alanus Hochschule in Alfter ab. Für ihre Skulpturen reist sie umher, immer auf der Suche nach verwertbaren Einzelteilen, die sie dann zu etwas Neuem, Größerem zusammensetzt. Dabei gehe es um die Identität, nicht die Funktionalität der Gegenstände.

Einige Teile ihrer Sammlung hat sie für die Ausstellung mitgebracht, darunter ein winziger Donald Duck, der zwei Damenstiefel in die Höhe hält. Die Frage: Wer trägt hier wen? Auch auf den Fotos sind die Gegenstände zu sehen, einzelne Schuhe, abgebrochene Henkel von Kaffeetassen oder Federn, stets raumlos vor weißem Papier fotografiert, analytisch, aus der Sicht einer Physikerin.

Die Ausstellung kann kostenlos zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek besichtigt werden: Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 11 bis 13.30 Uhr und von 14.30 bis 18 Uhr sowie Samstag von 10 bis 13 Uhr.

Unter dem Motto "Farbschichten" hat die Bad Godesberger Künstlerin Katrin Klingmann im Wissenschaftszentrum Bonn eine Ausstellung eröffnet. Im Fokus der Ausstellung steht die Farbe - experimentelle Farbverläufe, Schütttechniken und sich überlagernde Farbschichten prägen ihre Bilder.

Entstanden sind die Werke 2014/15 während ihres Aufenthalts an der Kunstakademie Heimbach in der Eifel. Das Zuhause der Akademie ist die Burg Hengebach, deren Burghof für Klingmann zum Atelier unter freiem Himmel wurde. Ihre Bilder verarbeiten daher oft ihre Eindrücke aus der Natur der Eifel. Stets abstrakt geht es dabei weniger darum, abzubilden, als vielmehr darum, das Wesentliche ihrer Wahrnehmung der Natur und des Lichts darzustellen: Farbe. Durch überlagerte Farbschichten entsteht so oft trotz der Abwesenheit von Gegenständen eine deutliche Räumlichkeit.

Ihre Arbeiten entwickelten sich dabei von Gemälden, die hauptsächlich eine Farbe in den Vordergrund stellten, hin zu Bildern mit deutlichen Farbverläufen. Schüttungen überließen auch dem Zufall die Gestaltung des Bilds. Blattmetalle ergänzen die kräftigen Farben. Zeitungsausschnitte geben manchen Bildern eine ganz eigene Aussage. Klingmann, die auch Lehrerin ist, ergänzte ihre Fächerkombination vor Kurzem um Religion und so haben auch Bibelzitate den Weg in ihre Kunst gefunden. "Ihr seid das Licht" und "Ich bin das Licht", verbindet sie geschickt mit dem Wort "denn" und interpretiert so die Aussagen neu.

Mehr Infos über die einzelnen Bilder gibt die Malerin im Künstlergespräch am Montag, 24. August, ab 19 Uhr im Wissenschaftszentrum, Ahrstraße 45.

Bis zum 12. November ist die Ausstellung mittwochs von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter der Rufnummer 0228/302-0 im Aufenthaltsbereich im ersten Stock des Wissenschaftszentrums Bonn zu sehen. Der Eintritt ist frei.