Vertretung der Bulgaren verkauft

Auf die Botschaft folgen Wohnungen am Rhein

Die Bulgarische Botschaft wurde mittlerweile verkauft. Dort sollen Wohnungen entstehen.

Plittersdorf. Die Vertretung der Bulgaren in Plittersdorf ist verkauft worden. Noch steht nicht fest, wie viele Gebäude abgerissen werden. Erst vor wenigen Tagen wurde die Residenz der Botschaft der Republik Bulgarien am Arndtplatz verkauft.

Nun ist auch der Verkauf der ehemaligen Botschaftsgebäude in Plittersdorf, Auf der Hostert, in trockenen Tüchern, wie Wieland Münch, Geschäftsführer von R. Dieter Limbach Immobilien KG, mitteilte.

Die verbliebenen drei Liegenschaften der Republik Bulgarien wurden "erfolgreich an einen namhaften Projektentwickler verkauft", so Münch. Bei den zuletzt veräußerten Liegenschaften in unmittelbarer Rheinlage handelt es sich um die Botschaftskanzlei und die Handelsvertretung mit 3000 Quadratmetern Geschossfläche sowie ein Mehrfamilienhaus mit rund 420 Quadratmetern Wohnfläche auf einem 3777 Quadratmeter großen Grundstück.

Aufgrund ihrer hervorragenden Lage am Rhein sollen die Liegenschaften zum Wohnen genutzt werden. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ob die Gebäude komplett abgerissen werden, steht noch nicht fest. "Mit Sicherheit wird ein Abriss erfolgen", sagt Münch. "Offen ist nur, wie viel abgerissen wird."

Im Moment gebe es Gespräche mit der Stadt und verschiedene Szenarien, so Münch weiter. Allerdings, so gab er zu erkennen, "wird die Bebauung künftig deutlich gefälliger werden und sich besser in die umgebende Nachbarschaft einpassen. Der massive Block der ehemaligen Botschaftsgebäude wird wohl nicht bleiben."

Ähnlich wie die südafrikanischen Nachbarn, deren ehemalige Botschaft seit Jahren leer steht, erwarben die Bulgaren dort 1974 das Grundstück, auf dem sie dann für rund 4,5 Millionen Mark zwei Gebäudekomplexe für ihre Vertretung errichteten. Insbesondere der erste, viergeschossige Bau diente zu Botschaftszeiten vor allem der Repräsentation - Kinosaal inklusive.

Das andere Gebäude nutzten die Bulgaren als Handelsvertretung. Der Bau des Architekten Georgi Mejdouretchki fügte sich nahtlos an weitere Ex-Botschaften in Plittersdorf an, die, wie Ungarn (Turmstraße), Südafrika und Israel (Ubierstraße), nie einen Schönheitspreis gewinnen konnten.

Vor allem der Teil zwischen Botschaft und Handelsvertretung, der durch eine Tiefgarage und eine Terrasse miteinander verbunden ist, befindet sich wegen des undichten Terrassendachs in sehr schlechtem Zustand. Das galt übrigens auch für die fünf Häuser mit 30 Wohnungen an der Ecke Herderstraße/Arndtplatz, in denen einst die Angestellten der Botschaft mit ihren Familien lebten. Der sogenannte "Bulgarenblock" wurde allerdings ebenfalls bereits verkauft und wird, wie berichtet, zurzeit saniert und umgebaut.

Egal ob Teilabriss oder Kernsanierung: "Die frühere Botschaft und die Handelsvertretung werden zu Eigentumswohnungen umgebaut", so Münch. Er schätzt das Gesamtvolumen der Sanierung - ohne die Ex-Residenz am Arndtplatz - auf etwa neun bis zehn Millionen Euro.

Die ehemalige Botschaft Bulgariens wurde zuletzt noch mit einer Handvoll Diplomaten nebst einigen Angestellten als Außenstelle der Berliner Botschaft mit eigenem Konsularbereich geführt. Bis zum 31. Juli werden alle Godesberg und Bonn verlassen haben. "Und zwar mit mindestens einem weinenden Auge", sagt Münch.

"Denn alle sind über den Umzug sehr traurig." Vergessen wird man an dieser Stelle die Bulgaren wohl nicht, denn der Investor hat bereits versprochen, nach Umbau und Fertigstellung mit einem Schild oder einer Tafel an die ehemalige Vertretung Bulgariens in Bonn zu erinnern.