Neubau in der Basteistraße

Anwohner bekommen statt Mauer Glaswand an Balkon

Wie eingemauert fühle sie sich, sagt Elfriede Lorent. Wo sie und ihr Mann bisher vom Balkon blicken konnten, ist ein Neubau mit Dachterrasse entstanden, der dem Ehepaar Aussicht und Licht nimmt.

Wie eingemauert fühle sie sich, sagt Elfriede Lorent. Wo sie und ihr Mann bisher vom Balkon blicken konnten, ist ein Neubau mit Dachterrasse entstanden, der dem Ehepaar Aussicht und Licht nimmt.

Rüngsdorf. Das Ehepaar Lorent wehrte sich gegen ein Neubauprojekt, bei dem das Haus unmittelbar an ihren Balkon reicht. Nun soll der künftige Sichtschutz zum Neubau nebenan transparent werden.

Die Lorents werden künftig auf ihrem Balkon nicht ganz so sehr im Dunkeln sitzen wie befürchtet. Der künftige Sichtschutz zum Neubau nebenan soll transparent werden, es handele sich nicht um eine Mauer. Das teilt die Stadt mit, die sich die Sache vor Ort noch einmal angeschaut hat. Wie berichtet, wehren sich Elfriede (83) und Dieter Lorent (84), die seit Jahrzehnten an der Basteistraße wohnen, gegen den genehmigten Wohnblock. Dass der so nahe an ihren Balkon rücken würde, sei aus den Plänen nicht ersichtlich gewesen.

Laut Verwaltung erhielten die beiden Rüngsdorfer Einsicht in die Baugenehmigung im Oktober 2017. „Erst im Juli 2018 hat dann die vom Ehepaar eingeschaltete Architektin wieder Kontakt zum Bauordnungsamt aufgenommen“, teilt Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt mit. Das Bauordnungsamt habe derweil festgestellt, dass die Dachterrasse nicht genehmigt wurde. Eigentlich müsste dort ein Flachdach sein. „Das Amt wird gegen diese von Jahrzehnten angesetzte Veränderung aber nicht vorgehen“, so die Sprecherin.

Genehmigt sei nun eine lichtdurchlässige Sichtschutzwand aus Glas, durch die man nicht durchschauen könne. Die werde auf die Brüstung des Neubaus gesetzt, die nicht höher ist als die Terrassenmauer bei den Lorents. Ein Teilstück sei deshalb schon um einen halben Meter abgesenkt worden, was ein Baukontrolleur der Stadt veranlasst hat. Soweit die Stadt weiß, hatte der Bauherr den Lorents angeboten, deren gelbes Plastikdach abzubauen und durch etwas Lichtdurchlässigeres zu ersetzen. Wie sich die beiden Parteien geeinigt haben, kann Zießnitz nicht sagen.

An der Ecke Bastei- und Heisterbachstraße entstehen drei Stadthäuser, einen Steinwurf vom Rhein entfernt. Sie bestehen aus zwei Vollgeschossen mit einem Dachgeschoss. Die Wohnflächen betragen zwischen 136 und 140 Quadratmetern.