Kein Zweifel am Fortbestand der Finanzierung

Amos-Comenius-Gymnasium bleibt in evangelischer Trägerschaft

Stehen den Schülern Rede und Antwort: (von links) Schulleiter Christoph Weigeldt, die neue Oberkirchenrätin Henrike Tetz und Präses Manfred Rekowski.

Stehen den Schülern Rede und Antwort: (von links) Schulleiter Christoph Weigeldt, die neue Oberkirchenrätin Henrike Tetz und Präses Manfred Rekowski.

Bad Godesberg. Präses Manfred Rekowski und die frisch gebackene Oberkirchenrätin Henrike Tetz besuchen am Mittwochmorgen erstmals das Amos-Comenius-Gymnasium. Sie räumten dabei alle Zweifel am Fortbestand der Finanzierung aus.

Als Präses zum Anfassen präsentierte sich am Mittwoch Manfred Rekowski, das Oberhaupt der Evangelischen Kirche im Rheinland, bei seinem ersten Besuch des Amos-Comenius-Gymnasiums. „Der ist so etwas wie bei den Katholiken der Bischof“, flüsterten sich die Sechstklässler zu, als Rekowski zum Kennenlernen in ihr Religionsprojekt kam.

Er hatte die gerade eingeführte Oberkirchenrätin Henrike Tetz mitgebracht, die nun vom Saarland bis zum Niederrhein die Leitung der Abteilung „Bildung und Erziehung“ übernommen hat. Neugierig richteten sich die Augen der Schüler auf beide. „Was machen Sie eigentlich genau in Ihrem Beruf?“ und „Finden Sie es gut, dass es konfessionelle Schulen wie unsere gibt?“, löcherten sie unerschrocken den prominenten Besuch.

Er als Präses treffe mit seiner Synode letztlich Entscheidungen, die für die Rheinische Kirche wichtig seien, die also auch Finanzen und Gebäude beträfen, antwortete Rekowski bereitwillig. Und für ihn sei maßgebend, dass kirchliche Schulen Verantwortung für die Menschen in einer Stadt wahrnähmen, indem sie Kinder und Jugendliche fit für ein auch interkulturell friedliches Miteinander machten. „Von daher gefällt mir euer interreligiöses Projekt sehr gut. Und ich habe gemerkt, dass es euch alle wie übrigens auch mich bewegt“, sagte Rekowski. Ihr habe sich besonders eingeprägt, wie viel die Schüler von den jeweils anderen Religionen und Konfessionen gelernt hätten, erwiderte Henrike Tetz. „Und jedes Kind hat ja auch das Recht auf seinen eigenen Glauben.“

Besuch von Präsens war für "Amos" sehr wichtig

Die Schüler hatten zuvor frei von der Leber weg ihr Projekt „Vielfalt verbindet“ vorgestellt, mit dem sie die Godesberger Fatih-Moschee und die Franziskanerzentrale, die Griechisch-Orthodoxe Metropolie in Beuel und in Köln einen jüdischen Gedenkort sowie ein katholisches Kloster aufsuchten. Den Namen „Vielfalt verbindet“ hätten sie selbst ausgesucht, berichtete Religionslehrerein Cordula Grunow. Und zwar, weil sie sich am vorherigen Namen „Fremde Kulturen begegnen sich“ gestoßen hätten.

In Deutschland seien sich die Kulturen doch nicht mehr fremd. Goldrichtig, stimmten Rekowski und Tetz zu, bevor sie in weitere Projekte eilten. „Für das Amos ist dieser Besuch sehr wichtig. Wir empfinden ihn als Wertschätzung für unsere Arbeit, die der Präses und Frau Tetz hier authentisch miterleben“, betonte am Rande Schulleiter Christoph Weigeldt. Sie sei von dem, was sie hier sehe, sehr beeindruckt, erklärte danach im GA-Gespräch die neue Oberkirchenrätin. Das genau sei der Auftrag evangelischer Schulen: Schüler entdeckten Neues, lernten von anderen und entwickelten dann ihre eigene Haltung dazu, wie etwa auch in der Nord-Süd-Arbeit des Amos für Projekte im Senegal.

Ob denn nach der vergangenen Sparrunde der Landeskirche die evangelischen Schulen nun gesichert seien, hieß die GA-Frage an den Präses. Man habe in Zeiten knapper werdender Ressourcen in einem anstrengenden Sparprozess auch die Schulen nicht tabuisieren können, blickte Rekowski zurück. Der Kraftakt sei inzwischen gelungen. „Und ich kann sagen, dass alle zehn rheinischen evangelischen Schulen auch in Zukunft in unserem Angebotsspektrum bleiben. Alle zehn Schulen bleiben also in evangelischer Trägerschaft.“