Gespräch mit Stadtplaner Sven Wörmer

Am Donnerstag startet Bad Godesberg in die Zukunft

Wohin weht künftig der Wind im Stadtbezirk am Fuß der Godesburg? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Leitbilddiskussion, die jetzt richtig in Gang kommt.

Wohin weht künftig der Wind im Stadtbezirk am Fuß der Godesburg? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Leitbilddiskussion, die jetzt richtig in Gang kommt.

Bad Godesberg. Bürger sollen gemeinsam ein Leitbild für den Stadtbezirk Bad Godesberg entwickeln, das in konkrete Projekte mündet. Die erste Leitbildkonferenz beginnt am 19. April um 19.30 Uhr in der Stadthalle, Koblenzer Straße 80.

Der GA sprach vorher mit Sven Wörmer vom beauftragten Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen.

Sie haben vorab den Bestand untersucht. Was ist Ihnen dabei aufgefallen?

Sven Wörmer: Wir haben festgestellt, dass Bad Godesberg ein sehr heterogener Stadtbezirk ist, zum Beispiel mit internationalen Forschungseinrichtungen und Organisationen in Hochkreuz, mit der Innenstadt und den eher dörflichen Strukturen wie in Muffendorf, was es natürlich auch sehr spannend macht. Es ist auch ein Stadtbezirk, der auf einige Stärken und Potenziale zurückgreifen kann. Was das im Detail ist, werden wir am Donnerstag präsentieren.

Um was werden Sie sich beim Leitbild besonders kümmern?

Wörmer: Das kann man nicht auf ein Thema einengen. Es gilt, das Gesamtbild von Bad Godesberg neu zu entwickeln. Das kann sich zum Beispiel auf den Bereich Tourismus beziehen, aber auch auf eine zeitgemäße städtebauliche Gestaltung der Innenstadt und den Einzelhandelsstandort. Wofür steht Bad Godesberg heute? Welches Image hat es und womit können sich die Bürger identifizieren? Das ist letztlich die große Frage.

Was ist da Ziel der ersten Leitbildkonferenz am Donnerstag?

Wörmer: Wir möchten zunächst auf den Prozess aufmerksam machen und die Bürger informieren. Außerdem möchten wir unseren Blick von außen auf die Stärken und auf die Herausforderungen des Stadtbezirks präsentieren und mit den Bürgern besprechen.

Wie können sich die Bürger einbringen?

Wörmer: Am Donnerstag werden wir nach dem Infovortrag mit den Bürgerinnen und Bürgern an verschiedenen Ständen Zukunftsperspektiven für den Stadtbezirk diskutieren. Es ist ausreichend Zeit, damit auch jeder zu Wort kommen kann.

Wie kann ein Teil dieser Ideen schon bald umgesetzt werden?

Wörmer: Diese Vision ist schon etwas, was langfristig wirken soll. Wir möchten formulieren, wo Godesberg in zehn oder 20 Jahren stehen soll. Im Zuge des Leitbildprozesses wird es aber auch konkrete Maßnahmen geben, die kurz- oder mittelfristig umgesetzt werden können.

An welcher Stelle werden Gruppen und Akteure, die schon lange an bestimmen Themen arbeiten, mit einbezogen?

Wörmer: Zum einen steht jedem offen, zu den Leitbildkonferenzen zu kommen. Wir haben aber auch eine ganze Reihe von Akteuren in unserem Begleitgremium. Es wird außerdem im Mai und Juni Expertenworkshops gegeben.

Was kann man tun, damit einzelne Ortsteile nicht unter den Tisch fallen?

Wörmer: Der Leitbildprozess ist für den Stadtbezirk angelegt und nicht für die Innenstadt von Bad Godesberg. Insofern haben wir am Anfang den Blick ganz bewusst weit offen. Es geht bei der ersten Konferenz um den Stadtbezirk mit den einzelnen Ortsteilen und seiner Vielfalt. Es kann aber durchaus sein, dass wir im Laufe der Zeit von den Bürgern lernen, wo besonders große Herausforderungen sind, und wir uns dann auf bestimmte räumliche Bereiche konzentrieren.

Wie geht es nach der ersten Konferenz im Fahrplan weiter?

Wörmer: Am Freitag, 20. April, startet die Online-Beteiligung auf www.bonn-macht-mit.de, die vier Wochen läuft. Außerdem wird es Workshops, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche, geben. Bei der zweiten Leitbildkonferenz am Mittwoch, 27. Juni, wird ein erster Entwurf präsentiert.

Wo steht der Stadtbezirk in einem Jahr?

Wörmer: Wir werden ein Leitbild und konkrete Ideen haben. Dann fängt die Arbeit des Stadtbezirks an: Es geht letztlich darum, das Leitbild mit Leben zu füllen und umzusetzen.