Schwimmunterricht am Konrad-Adenauer-Gymnasium fällt aus

Alte Filter legen Schwimmbad in Bad Godesberg lahm

Die defekte Filteranlage im Konrad-Adenauer-Gymnasium: Unter dem linken Deckel lugt die Innenverkleidung hervor.

Die defekte Filteranlage im Konrad-Adenauer-Gymnasium: Unter dem linken Deckel lugt die Innenverkleidung hervor.

Bad Godesberg. Für die Reparatur der Filteranlage im Bad Godesberger Lehrschwimmbecken gibt es noch keinen Zeitplan. 41,5 Stunden Schwimmunterricht pro Woche fallen aus.

Nicht Personalmangel, sondern das Alter der Filteranlage ist laut Verwaltung der Grund, warum sich die Reparatur des Lehrschwimmbecken im Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG) verzögert. Die Stadt solle das Bad unverzüglich reparieren und bei Personalengpässen im Städtischen Gebäudemanagement (SGB) einen Dienstleister beauftragen, hatte die Bezirksvertretung (BV) Bad Godesberg vor vier Wochen als Antrag für die Ratssitzung beschlossen .

Anfang März hatte Stadtsprecherin Monika Hörig noch bestätigt, in der Abteilung „Bäder, Werkstätten, Bauunterhaltung Kongresszentrum“ seien viele Mitarbeiter krank. Auch die Reparatur der defekten Filteranlage leide darunter. Jetzt die Wende: Die Reparatur sei unmittelbar nach dem Schadensereignis in die Wege geleitet worden, teilt die Verwaltung in einer neuen Vorlage für die Bezirksvertretungssitzung am 18. April mit. Auch ein externes Fachbüro sei bereits eingebunden.

Auf die Tagesordnung des Stadtrats hatte es der einstimmige Godesberger Beschluss zur Filterreparatur nicht geschafft – die CDU ging nach eigenen Angaben davon aus, dass sich das Thema bereits erledigt habe. Nun kommt die neue Mitteilung der Verwaltung, worin es heißt: „Es hat sich herausgestellt, dass der defekte Filter nicht ohne weitreichende weitere Maßnahmen ersetzt werden kann. Der Grund hierfür liegt im Baujahr des Filters. Es ist daher davon auszugehen, dass das Lehrschwimmbecken im Konrad-Adenauer-Gymnasium nicht kurzfristig wieder in Betrieb genommen werden kann.“

Angesichts der umfangreichen Sanierungsarbeiten in Schulturnhalle und Schwimmbad stellt sich die Frage, ob 2015 die Filteranlage aus dem Jahr 2000 nicht ebenfalls hätte ausgetauscht werden müssen. Auf GA-Anfrage teilte das SGB mit, dass 2015 aufgrund der angespannten Haushaltlage nur die Anlagenteile saniert, worden seien, die defekt waren. Die damals noch funktionsfähige Filteranlage habe nicht dazu gehört.

Aus der Godesberger Politik kommen kritische Stimmen. Marcel Schmitt (Bürger Bund Bonn) sagte dem GA: „Heute so, morgen das, übermorgen wieder anders. Wie es gerade passt. Wir schenken den Ausführungen des SGB schon länger keinen Glauben. Für das Schulschwimmen ist das Gebaren des SGB katastrophal.“ Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Hillevi Burmester (SPD) meint: „Das Hin und Her um die Schließung des Lehrschwimmbeckens zeigt, dass die Stadtverwaltung endlich einsehen muss, dass für solch spezielle Arbeiten eine dauerhafte Wartung durch Fachfirmen erforderlich ist. Nur Fachwissen hilft, Probleme rechtzeitig zu erkennen und Schließungen zu verhindern.“

Philipp Lerch, CDU-Fraktionschef in der Bezirksvertretung Bad Godesberg, sieht „dringenden Handlungsbedarf“ und erwartet „zeitnah konkretere Aussagen“ zur Reparaturmaßnahme. „Zu gerne würden wir etwa wissen, was der Hinweis konkret zu bedeuten hat, dass 'der defekte Filter nicht ohne weitreichende weitere Maßnahmen' ersetzt werden kann“, so Lerch. Allen Beteiligten müsse klar sein, dass das Bad so schnell wie möglich wieder ans Netz gebracht werden müsse.

Die CDU sieht in der Zusage der Verwaltung, die Bezirksvertretung laufend über den Fortgang der Maßnahme zu unterrichten, einen Aspekt der Godesberger Initiative an den Rat erfüllt. Anders der Bürger Bund. Er hat bereits eine Große Anfrage nachgeschoben. Darauf antwortet die Verwaltung: „Das beauftragte externe Fachbüro befindet sich noch in der Planung der zu ergreifenden Maßnahmen.“ Aufgrund der laufenden Untersuchungen könnten noch keine belastbaren Angaben zur Kosten- und Zeitplanung gemacht werden.

„Dass sich die Reparatur des Lehrschwimmbeckens so verzögert, ist mehr als ärgerlich“, sagte Monika Heinzel (Grüne). Das Problem mit den Bädern und den vielen städtischen Liegenschaften sei, dass Sanierungsmaßnahmen so lange verschoben würden, dass zum Schluss die Reparatur wegen fehlender Ersatzteile sehr schwer durchzuführen sei. „Wir werden in der BV-Sitzung auf jeden Fall einen Zeitplan zur Sanierung einfordern“, kündigte Heinzel an.

Laut Florian Bräuer, sportpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion und stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses, arbeitet das SGB „zusammen mit externen Fachbüros mit Hochdruck“ an der Instandsetzung der Schulschwimmbecken. „Dieses Jahr konnte bereits das Becken in der Rheinschule wieder eröffnet werden. Die Arbeiten am Becken der Derletalschule und dem des KAG dauern leider noch an“, so Bräuer. Um die Badwassertechnik instand zu setzen, werde im ungünstigen Fall auch eine Sanierung des Beckenkopfes erforderlich.

In einem Antrag fordert der Bürger Bund nun das SGB auf, in der Sitzung des Betriebsausschusses am 2. Mai einen Zeit- und Kostenplan vorzulegen.