Haribo in Bonn

Alte Backsteingebäude werden abgerissen

Die Firma Haribo lässt zurzeit an der Friesdorfer Straße baufällige Gebäude abreißen.

FRIESDORF . Bei Haribo tut sich was. Und das hat ausnahmsweise nichts mit Gummibärchen und Co. zu tun. Auf dem Firmengelände zwischen Friesdorfer, Weißenburg-, Truchseß- und Pionierstraße rollen zurzeit die Bagger: Die Hälfte der roten Backsteingebäude auf dem rund 18.000 Quadratmeter großen Areal wird abgerissen.

Gummibärchen werden an der Friesdorfer Straße schon seit den 60er Jahren nicht mehr produziert, Haribo nutzt das Areal als Lagerfläche. Nach wie vor zieht es jedoch viele Besucher auf das Gelände: Der 2003 eröffnete Fabrikverkauf erfreut sich weit über die Bonner Grenzen hinaus größter Beliebtheit.

Schon seit einigen Wochen wird auf dem Gelände gearbeitet. "Es gab spezielle Vorarbeiten", erklärt Unternehmens-Sprecher Marco Alfter. So wurden zum Beispiel die Dächer abgetragen und die Fenster entfernt. Nun verschwinden die Gebäude nach und nach, die Steine werden abtransportiert. "Bis Mitte September werden wir voraussichtlich fertig sein", sagt Alfter.

Welchem Projekt die roten Backsteinbauten weichen, steht noch nicht fest. Mit der Idee, am Bad Godesberger Standort ein Haribo-Museum zu eröffnen, haben die Arbeiten allerdings "nicht direkt etwas zu tun", betont Alfter.

Es könnte sein, dass das Areal erst einmal brachliege, bevor man in weitere Planungen einsteige. Denn noch stehe gar nicht fest, ob es überhaupt ein Haribo-Museum in Bonn geben werde. Allerdings sei die Idee intern weiterhin ein Thema, es werde nach wie vor darüber gesprochen. Ein kleines Museum existiert übrigens bereits im südfranzösischen Uzès nahe Avignon - rund 950 Kilometer vom Stammhaus in Kessenich entfernt.

Der Grund für die Abrissarbeiten ist ein anderer: "Die Gebäude waren baufällig", erklärt der Unternehmens-Sprecher. Hinzukomme, dass sie "keine schöne Optik" mehr hatten. "Deswegen haben wir uns entschlossen, sie abzureißen." Betroffen sind die Bauten im nördlichen Teil des Geländes, die Gebäude in Höhe der Elsässer Straße bleiben laut Alfter erhalten. Das sind unter anderem die Bauten "im vorderen Bereich, an der ehemaligen Tapetenfabrik Fassbender" (Ecke Friesdorfer/Weißenburgstraße) sowie der Haribo-Fabrikverkauf.

Die Backsteinbauten entlang der Friesdorfer Straße sind übrigens die alten Fabrikgebäude der ehemaligen Godesberger Süßwarenfabrik Kleutgen & Meier. Dort hatte der Vater von Haribo-Chef Hans Riegel seine Lehrjahre verbracht und das Areal später gekauft - als sein Unternehmen bereits zum Weltmarktführer aufgestiegen war.