Rock- und Popzentrum in Bad Godesberg

Alles unter einem Dach

Bad Godesberg. Die Bühne des Rock- und Popzentrums (RPZ), das am Samstag in Bad Godesberg zum ersten Mal seine Pforten geöffnet hat, bietet alles, was junge Bands am Anfang ihrer Karriere brauchen: Platz, Licht und vor allem eine gute Soundanlage.

Und das war nur der augenscheinlichste und am besten hörbare Baustein in dem ehemaligen Hansahaus, das nun zum zentralen Anlaufpunkt für alle Bonner Nachwuchsmusiker werden könnte. Denn das RPZ hat mehr zu bieten. Viel mehr. Proberäume, ein Tonstudio und mit dem Musiknetzwerk einen Ansprechpartner für Marketing, Booking und andere Verwaltungsaspekte – alles unter einem Dach.

Hausherr Cyrus Valentine, der bei einem Tag der offenen Tür zusammen mit seiner Schwester und Mitorganisatorin Shirin die ersten Konzerte in dem für 120 Personen ausgelegten Raum präsentierte, war dementsprechend stolz auf das, was er mit Hilfe der Stadt auf die Beine gestellt hat. Und die auftretenden Bands? Waren ebenfalls begeistert.

„Wir haben in diesem Haus schon seit einiger Zeit einen Probenraum und kommen schon alleine dadurch in einen regen Austausch mit anderen Bands“, sagte etwa Fabian Jehnen von Millenia. „Für uns ist diese Bühne natürlich genial, weil wir nur ein Stockwerk tiefer müssen.“ Und die zudem mit guter Technik ausgestattet ist, wie sein Kollege Alassio Schröder betont. „Wir haben schon beim Soundcheck gemerkt, dass das die beste Bühne ist, auf der wir bislang gespielt haben“, sagte er. „Es gibt in Bonn ja durchaus Auftrittsmöglichkeiten, aber oft hapert es dann in diesem Bereich, und das ist dann immer schade.“

Auch die Bonner Singer-Songwriterin Clara Clasen, die wie Millenia im Halbfinale des Nachwuchswettbewerbs Toys2Masters steht, äußerste sich begeistert. „Das ist echt ein geiler Raum“, sagte sie. „Wobei auch die anderen Angebote hier im Haus echt interessant sind. Momentan bin ich ja noch solo unterwegs, aber vielleicht suche ich mir bald wieder eine Band, und dann sind die Probenmöglichkeiten wirklich reizvoll.“

Eine derartige Konzentration von ineinandergreifenden Modulen für Rock- und Pop-Bands an einem Ort gibt es in Deutschland nur sehr selten, in weitem Umkreis ist das RPZ sogar einzigartig. Das bestätigt auch Til, die im vergangenen Jahr Toys2Masters gewonnen haben und zur Eröffnung extra aus Wenden angereist sind. „Bei uns in der Gegend gibt es noch nicht einmal etwas ansatzweise Vergleichbares“, betonte Bassist Enis Gülmen, „dabei ist es einfach mega, die Chancen zu haben, die sich hier bieten.“

„Gerade als Konzertort sei dies unglaublich wertvoll. So sieht es auch Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan: „Ich finde, dieser Ort ist ideal, um kreativ Musik aller Art zu machen – und das in einer zentralen Lage, ohne dabei aber Nachbarn zu stören.“ Nur die Belüftung des Konzertsaals muss noch verbessert werden, wie der OB selbst merkte. Nun liegt es an Cyrus Valentine, das RPZ auch langfristig mit Leben zu füllen. „Er wird jetzt nicht nur gefördert, sondern auch gefordert“, sagte der Rock- und Pop-Beauftragte der Stadt, Hans-Joachim Over, mit einem Augenzwinkern. „Ich habe keinen Zweifel, dass er das schaffen wird. Ich stehe auf jeden Fall voll hinter dem Projekt und sehe seine Realisierung als ein Zeichen, dass Bonn auch Rock und Pop durchaus ernst nimmt.“