Vebowag will 104 geförderte Wohnungen bauen

Abriss und Neubau am Severinsweg

Mehlem. Der Severinsweg in Mehlem mutet beschaulich an und das, obwohl schon jetzt viele Menschen links und rechts der Sackgasse wohnen. In rund drei Jahren dürften es noch mal mehr werden, denn es sind noch weitere Wohneinheiten geplant.

Sie sollen laut Vebowag-Chef Michael Kleine-Hartlage im Bereich des Severinswegs 1 bis 17 entstehen – zusätzlich zu den 57 Wohnungen, die es dort bereits gibt. „Wir werden die fünf Mehrfamilienhäuser nach und nach abreißen und dann neu bauen“, kündigte Kleine-Hartlage auf GA-Nachfrage an. Allerdings nicht bevor für die Bestandsmieter, die demnächst informiert werden sollen, andere Quartiere gefunden worden sind. Derzeit befindet sich das Vorhaben noch in einer frühen Planungsphase. „Wir haben eine Bauvoranfrage bei der Stadt eingereicht, um zu erfahren, was dort überhaupt gebaut werden kann“, so der Vebowag-Chef.

In einer Mitteilungsvorlage, mit der sich am 12. Juli bereits der Unterausschuss Bauplanung beschäftigt hatte, signalisiert die Stadt ihrer Wohnungsbaugesellschaft einen positiven Bauvorbescheid. Daran, dass die Bad Godesberger Bezirksvertretung die Mitteilungsvorlage am 13. September ebenfalls nur zur Kenntnis erhält, hatte sich im Ausschuss der Bürger Bund Bonn (BBB) gestört.

„Nach unserer Auffassung muss unter besonderer Berücksichtigung der nachbarlichen Belange wohl abgewogen werden, ob das Vorhaben – wie vom Oberbürgermeister vorgeschlagen – ohne ein ordentliches Bauleitverfahren und damit ohne Bürgerbeteiligung genehmigt werden kann“, sagte Marcel Schmitt (BBB). Ein Änderungsantrag der Fraktion mit Zusatzfragen unter anderem zu weiterem Infrastrukturbedarf (wie Kita-Plätzen) und Bebauungsvarianten war mit Mehrheit abgelehnt worden. „Allerdings hat die Verwaltung zugesagt, die Fragen über eine Ergänzende Stellungnahme in der BV-Sitzung im September zu beantworten“, sagte Andrea Schulte vom städtischen Presseamt auf Nachfrage.

Den Baumbestand wolle man möglichst wenig eingreifen

Die Bauherrin Vebowag, die Eigentümerin des Grundstücks ist, meint hingegen, dass mit einer „maßvollen Nachverdichtung“, wie sie es vorhabe, „erhebliche Wohnbaureserven“ aktiviert werden könnten. „Wir werden wieder fünf Baukörper errichten, die aber etwas breiter und etwas länger sein werden“, so Kleine-Hartlage. Statt Hochparterre wie jetzt werde es wegen der Barrierefreiheit ebenerdige Erdgeschosswohnungen geben, auf das dritte Geschoss soll ein Staffelgeschoss gesetzt werden. Zwischen den Häusern bleibe genügend Freifläche und auch in den Baumbestand wolle man möglichst wenig eingreifen. Das Grundstück ist 9040 Quadratmeter groß.

Um die vom Bürger Bund hinterfragte Infrastruktur macht sich der oberste Vebowag-Mann wenig Sorgen: „Wir bauen demografiebedingt eher für die ältere Bevölkerungskreise mit geförderten kleinen Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen.“ 55 der 70 nötigen Stellplätze werden in einer Tiefgarage untergebracht; bislang gibt es 18 Stellplätze.

Die aktuell 57 Wohneinheiten sind laut Vebowag-Chef gut belegt, teilweise mit Flüchtlingen. Er rechnet damit, dass das Vorhaben frühestens 2019 realisiert werden kann. „Erst wenn der Bauvorbescheid da ist, schalten wir den Architekten ein“, so Kleine-Hartlage.