Benefiz-Diner mit Ehrengast Laschet

90.000 Euro für die Godesberger Bürgerstiftung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hält die Festrede beim Benefiz-Diner im Rittersaal der Godesburg.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hält die Festrede beim Benefiz-Diner im Rittersaal der Godesburg.

Bad Godesberg. An Stellen, wo der Zusammenhalt in der Gesellschaft nachlässt, setzt die Bürgerstiftung Rheinviertel an. So gab es beim Benefiz-Diner auf der Godesburg viel Lob von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Und noch 90.000 Euro in die Kasse.

Die drei Reden, die am Samstagabend im Rittersaal der Godesburg gehalten wurden, verfehlten ihre Wirkung nicht: Sie motivierten die 150 Gäste des Benefiz-Diners der Bürgerstiftung Rheinviertel offenbar derart, dass am Ende des langen Abends insgesamt fast 90.000 Euro für die Stiftungsarbeit zusammenkamen.

Der Stiftungsvorsitzende Pfarrer Wolfgang Picken appellierte an das Spenderherz der Anwesenden: „Seien Sie alle Teil dieser Idee wirklichen Miteinanders und Teil eines gesellschaftlichen Aufbruchs.“ Kritisch verwies er auf den „gesellschaftlichen Zerfallsprozess“, den auch eine zivilgesellschaftliche Institution wie die Godesberger Stiftung nicht werde aufhalten können, selbst wenn man sich in den zehn Jahren ihres Bestehens zu einer der größten Bürgerstiftungen Deutschlands entwickelt habe.

„Wir merken in diesen Tagen, dass der Zusammenhalt in der Gesellschaft immer weniger wird“, bekräftigte auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in seiner Festrede. Der Staat könne bestimmte zentrale Aufgaben wie etwa die Innere Sicherheit nicht abgeben; überdies aber habe der Staat inzwischen vieles aufzufangen, was in den Familie nicht mehr stimmt.

Laschet: In einer Welt, in der nichts mehr stimmt, was früher stimmte, suchen die Menschen etwas, das Heimat und Orientierung bietet.“ Die Bürgerstiftung gehe mit ihren Jungstiftlern, die am Abend kellnerten, mit gutem Beispiel voran. „So etwas prägt das Leben stärker als vieles, was Schule und Universität uns beibringen können“, sagte der Ministerpräsident.

Auch Timotheus Höttges, Telekom-Chef und Mitinitiator der Bürgerstiftung, ging in seiner teils launigen, teils ernsthaften Rede auf den Heimatbegriff ein. „Heimat ist ein sozialer Kontext, ganz wesentlich definiert durch die Nähe zu Menschen, aber auch durch so etwas wie eine Kultur.“ Diesen Kontext müsse man herstellen, um sicherzustellen, dass niemand abgehängt wird, und das leiste die Bürgerstiftung mit ihren Projekten für alle Altersgruppen vom Kleinkind bis ans Lebensende.

Dafür brauche sie neben ehrenamtlicher Hilfe natürlich Geld. Rundum stilbewusst auch die übrigen Faktoren eines rundum gelungenen Abends – Garderobe, Speisen, Jazzmusik, Feuerschlucker und Kerzenschein. Dass die Bürgerstiftung nicht wie üblich einen Ball auf dem Petersberg veranstaltete, lag an den dortigen Renovierungsarbeiten. Laut Christine Kiderlin von der Stiftung will man aber dorthin zurückkehren: Der Saal dort fasse rund 130 spendenwillige Personen mehr als der Rittersaal.