Auktionshaus Teddy-Dorado

800 Steiff-Tiere in Bad Godesberg versteigert

Bad Godesberg. Das Auktionshaus von Carsten Eßer hat in Bad Godesberg rund 800 Steiff-Tiere versteigert. Ein Kätzchen von 1905 erzielte 2400 Euro.

Mit einem Nadelkissen in Form eines Elefanten beginnt 1880 die Erfolgsgeschichte der Margarete Steiff. Mit ihren Plüschtieren kuscheln die Kinder seit Generationen. Aber die Steiff-Tiere haben nicht nur einen ideellen, sondern auch einen hohen Sammlerwert. Auch wenn das „Elefäntle“ in seiner Berühmtheit längst durch die Variationen von „Bär 55 PB“, bekanntgeworden als „Teddybär“ überholt wurde, ist es unter Sammlern ein viel gefragtes und selten angebotenes Objekt.

Am Samstag trafen sich in der Stadthalle etwa einhundert Liebhaber zu einer der jährlich im Frühjahr und im Herbst stattfindenden Steiff-Auktionen, um möglicherweise die ein oder andere Plüsch-Rarität ersteigern zu können. Dabei geht es ihnen längst nicht mehr darum, Kinder mit einem Kuscheltier zu beglücken. Es ist die Sammelleidenschaft.

„Da wird man schnell vom Sammler zum Jäger“, lacht ein 60-jähriger Besucher aus Süddeutschland. Er verfolgt schon seit bald zehn Jahren die Aktivitäten von Carsten und Marianne Eßer aus Wachtberg, die das unter Sammlern weltweit bekannte, auf Steiff-Produkte spezialisierte Auktionshaus Teddy-Dorado betreiben. Bei dem in der Szene längst anerkannten Steiff-Experten Eßer begann die Leidenschaft für die Erzeugnisse aus Giengen an der Brenz mit den Plüschtieren, die er als Kind von seiner Oma geschenkt bekam, erzählt seine Ehefrau Marianne.

Versteigerung am laufenden Band

Der 46-Jährige sammelte und fing bereits in frühen Jahren damit an, über die Auktionsplattform Ebay mit Steiff-Produkten zu handeln. Die sehr unterschiedlich aufgemachten Angebote brachten ihn auf die Idee, Darstellung und Beschreibung der Steiff-Erzeugnisse zu standardisieren und damit vergleichbar zu machen. Nach seinem Wirtschaftsstudium gründete der diplomierte Kaufmann 2010 ein Auktionshaus, mit dem Namen Teddy-Dorado.

Etwa 800 Positionen waren am Samstag dazu ausgesucht, unter den Auktionshammer zu kommen. Unermüdlich nannte Auktionator Eßer die Auktionsnummern und Gebote der Steiff-Tiere, die hinter ihm an die Wand projiziert wurden. Zunächst standen etliche Bären, Katzen, Wald- und Feldtiere für weit unter hundert Euro im Auktionsverzeichnis.

Später am Tag kam es dann zu den Schätzen, die Sammlerherzen höher schlagen ließen: Sechs seltene kleine Wolligel in einer originalen Schachtel aus dem Jahr 1970 fanden mit einem Gebot in Höhe von 950 Euro genauso ihren neuen Besitzer, wie ein dunkelbrauner, mit Holzwolle gestopfter Teddybär aus den Jahren 1935 bis 1941, mit defekter Kipp-Brummstimme sowie „erheblichen Kahlstellen durch Mottenfraß, besonders an den Beinen“, der für 700 Euro unter den Hammer kam. Eine seltene, nur zwölf Zentimeter hohe Karikatur einer Katze aus dem Jahr 1905, als „Graue Überkaz“ mit einem Startgebot von 400 Euro angeboten, erzielte sogar 2400 Euro.