In Bad Godesberg-Muffendorf

30. Muffenale lockt mit Kunst und Kultur

Die Muffendorfer Hauptstraße lädt zu einem gemütlichen Kunst- und Kulturbummel ein.

Die Muffendorfer Hauptstraße lädt zu einem gemütlichen Kunst- und Kulturbummel ein.

MUFFENDORF. Am Sonntag geht zum 30. Mal die Muffenale mit jeder Menge Kunst und Kultur in Bad Godesberg-Muffendorf über die Bühne. Was sich anfangs auf wenige Schauplätze beschränkte, ist inzwischen zu einem großen Fest angewachsen.

Daran dürften sich die älteren Dorfbewohner noch erinnern: Ihre beliebte spätsommerliche Muffenale wäre genau zu Beginn vor 30 Jahren einmal fast wirklich ins Wasser gefallen. Hans-Dieter Heckes, Anwohner der Muffendorfer Hauptstraße, hatte damals die Idee zu diesem Fest am ersten Septembersonntag auf der größten Fachwerkstraße des Ortsteils entwickelt. Heckes dachte an ein Kunstfest, für das die zahlreichen Innenhöfe geöffnet werden sollten. Er war auch auf den griffigen Namen Muffenale gekommen.

Und dann war das erste Fest 1988 doch wirklich von Schauern heimgesucht worden. Wegen massiver Regenfälle musste die kleine Bühne im Innenhof der Familie Heckes für eine extra engagierte Tänzerin mit einem Aufnehmer getrocknet werden. Die Künstlerin sollte doch nicht noch stürzen. Doch Heckes Idee sollte ab da jedes Jahr Folgen haben.

Bald war das Fest von der zentralen Hauptstraße schon in die Gassen und Gässchen im Umfeld weitergewandert, wo ebenfalls Tische und Bänke aufgestellt wurden. Mehr und mehr entwickelten die Einwohner eigene Ideen. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und gerade aus dem Ofen gezogenen Pflaumen- und Apfelkuchen weht seither durch die Gassen. Zentnerweise Kartoffeln werden geschält und direkt vor Ort zu herzhaften Reibekuchen gebraten.

"Wenig Kommerz, dafür aber viel Kunst und Kultur"

Am Anfang hatte die Kunst gestanden. Bald wurde die Muffenale eine Art Leistungsschau für das, was der malerische Ortsteil alles zu bieten hat. Und viele Tausend Besucher strömten auch aus dem Umland, sogar aus dem weiteren Bundesgebiet ins Dorf. Die letzten 28 Muffenalen wurden dann sogar meist von der Sonne verwöhnt. „Wir bieten wenig Kommerz, dafür aber viel Kunst und Kultur“, drücken die Organisatoren der letzten Jahre, Restaurantchef Boris Leistikow und seine Frau, die Sängerin Ana-Maria Leistikow, ihren Anspruch aus.

Und sie hoffen mit allen anderen Aktiven, dass dieses 30. Jubiläumsfest am Sonntag, 2. September, wieder von Petrus gnädig mit trockenem Wetter bedacht wird. Der traditionelle Fassanstich ist um 10.30 Uhr geplant. Zum Jubiläum wird die Muffenale mit einer eigener Bühne sogar ein umfangreiches Musikprogramm bieten. Hier werden sich Musiker wie Meoneo, Ioanna & Uwe oder das Bonner Saxofon Ensemble präsentieren. Zahlreiche Aussteller werden rund ums Thema „Kunst & Kulinarisches“ für Abwechslung sorgen.

Seit Wochen werde im Dorf fürs Fest gestrickt und gebastelt, berichtet Ana-Maria Leistikow. Traditionell genähtes Patchwork, auf historischen Webstühlen gefertigte Kleidung, liebevoll hergestellter Schmuck und Accessoires werden zum Verkauf kommen. Doch auch ihren Ursprung als Fest der feinen Künste werde die Muffenale nicht verleugnen, so Leistikow. Die Besucher können sich auf Ausstellungen von Künstlern wie Jean Lennox, Huaxin Ni, Jan Lukawski oder Annika Leese freuen.

Frisch gebackene Steinofenbrote werden durch die Gassen duften. Neben „rheinischen Tapas“ und den traditionellen Flammkooche wird es für anspruchsvolle Gaumen auch gegrillte Eifeler Würstchen und venezianische Antipasti geben. Und Winzerin Irene Diederichs wird ihren neusten Wein zu Gunsten der Muffendorfer Vereine wieder zum Verkosten reichen.

An ihrer Erfolgsgeschichte dürfte die Muffenale zu ihrem 30-Jährigen also sicher weiter schreiben. Es muss ja am kommenden Sonntag nicht erneut in Strömen regnen wie zur Premiere, als in Heckes Innenhof die Wasserlachen mit Aufnehmern weggewischt werden mussten.