Turnier im Deutschen Museum

30 Roboter-Teams kicken um die Wette

Gebannte Zuschauer beobachten die Roboter, die schnell und wendig sein müssen, um sich auf dem Spielfeld durchzusetzen. FOTO: BARBARA FROMMANN

Gebannte Zuschauer beobachten die Roboter, die schnell und wendig sein müssen, um sich auf dem Spielfeld durchzusetzen.

PLITTERSDORF. An das Spielfeld eines Tischkickers erinnerten die großen Kästen mit grünem Rasen, die am Wochenende in der Bonner Dependance des Deutschen Museums standen.

Auf dem Feld traten allerdings keine Plastikfußballer vor den Ball, sondern versahen Roboter ihren Dienst.

Zwei Aufgabenstellungen gab es für die jugendlichen Teams aus Osnabrück, Düsseldorf, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis: Rescue und Soccer. Die Roboter des Rescue-Teams mussten eine Blechdose von A nach B transportieren, während es bei den anderen Teams darum ging, ein Fußballspiel zu gewinnen.

"Ein Anliegen der Roboter-Informationsgemeinschaft weltweit ist es, bis 2050 den Fußballweltmeister zu schlagen. Das Projekt läuft weltweit an Universitäten. Schachweltmeister konnten in der Vergangenheit bereits von Robotern übertrumpft werden", erklärte Winfried Schmitz, Mathe- und Physiklehrer am Gymnasium im CJD Königswinter und Organisator der Wettkämpfe. Rescue-Roboter dagegen wurden in der Vergangenheit etwa bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima eingesetzt. In verstrahltem Terrain, wo kein Mensch mehr hingelangen konnte.

Beim Wettkampf im Museum traten 30 meist vierköpfige Schülerteams an. Er war eher als eine Generalprobe für den kommenden Wettkampf in Sankt Augustin gedacht. Vier Teams, die sich dort qualifizieren können, treten im April in Magdeburg zur Deutschen Meisterschaft an. Wer dort gewinnt, reist im Juli zur Weltmeisterschaft in China. Schon seit zwölf Jahren bietet das Gymnasium Königswinter Robotik als Unterrichtsfach und seit zehn Jahren gibt es die Turniere. Die teilnehmenden Jugendlichen sind zwischen 10 und 18 Jahren alt, 20 Prozent sind Mädchen. "Die Kinder können sich sehr viel ausdenken und müssen sich in unterschiedliche Situationen hineinversetzen", beschreibt Schmitz. Die Roboter würden mit Sensoren ausgestattet, so dass sie sich in ihrem Umfeld orientieren können. Generell wünscht er sich mehr Unterstützung. Für seine Schüler, aber auch für das Deutsche Museum: "Es wäre ein großer Verlust, wenn es schließen würde."

Aber auch für Reisen zu Meisterschaften oder Elektronik brauche es Geld. "Unsere technikinteressierten Jungen und Mädchen sind schließlich die Zukunft", argumentiert Schmitz.