RoboCup-Junior im Deutschen Museum

250 Schüler schießen mit Bits und Bytes Tore

BONN. Der Gegner hat keine Chance. Völlig orientierungslos zuckt er nur noch in der Ecke. Die Blessuren sind zu groß. Team "3DS" bleibt nichts anderes übrig, als enttäuscht auf den Abpfiff zu warten, während die besser geschützte Maschine von "Lightning Botz" zum Tor durchrollt.

Am Ende siegt der Roboter von Ines Velasco (11) und Jana Brungs (10) vom Sankt Augustiner Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) mit einem klaren 6:2.

Nicht nur beim "Soccer 1 vs. 1" messen sich am Sonntag Neun- bis 18-Jährige. Auch das sogenannte "Rescue A" ist eine Disziplin beim RoboCup-Junior-Demonstrations-wettbewerb im Deutschen Museum. Die Jugendlichen haben ihre Roboter in Arbeitsgemeinschaften nach dem Unterricht selbst zusammengebaut und ihnen mit Computerprogrammen Leben eingehaucht.

Nun wollen sie wissen, was ihre Schöpfungen drauf haben, denn am Samstag und Sonntag, 22./23. Februar, geht es zur offiziellen Meisterschaft in die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin, um sich für die German Open des RoboCups Junior im April zu qualifizieren.

Die Härteprobe im Museum findet unter Wettkampfbedingungen statt. Es gibt am Ende sogar Medaillen und Urkunden für die besten der 70 Teams - insgesamt rund 250 Schüler, von denen einige sogar aus Osnabrück und Stuttgart angereist sind. Aus der Region sind neben Teams des AEG, das Vinzenz-Pallotti-Kolleg aus Rheinbach, das Heinrich-Böll-Gymnasium aus Troisdorf und die CJD Christophorusschule aus Königswinter am Start.

Die jungen Leute an den Spielfeldern fasziniert die digitale Welt. "Die sollen mit Computern endlich mal was Sinnvolles machen", sagt Lehrer Winfried Schmitz vom CJD, der die organisatorischen Fäden in der Hand hält. So würden sich die Schüler sowohl mit Software als auch Hardware beschäftigen.

Ines und Jana machen beim Soccer zum ersten Mal mit. Nach dem Sieg marschieren sie mit ihrem Lego-Roboter ins "Backoffice", das voller Laptops steht - nicht selten noch eine duftende Pizza daneben. Da können die Schüler in die Eingeweide ihrer Schützlinge eingreifen, wenn sie vielleicht doch mal aus der Spur gekommen sind. Auch ein Roboter macht Fehler und braucht dann eine korrigierende Programmierung.

Jana ist auf den Geschmack gekommen, als sie im Fernsehen Roboter sah. Nun hat sie zu Hause selbst schon 16 Stück davon - viele kleine und einen 70 Zentimeter hohen. "Der hat mehr als 1000 Funktionen." Ines ist auch völlig begeistert, ihre Augen leuchten, wenn sie völlig konzentriert am Rechner etwas einstellt und die veränderten Daten dann per Kabel an den Lego-Kicker überträgt. "Mein Vater hat mir mal einen Roboter gezeigt, den wollte ich dann." Ganz billig ist das Vergnügen nicht, für ein Gerät sind schnell mal 300 Euro weg. Aber es gibt als Alternative die Schul-AGs.

Infrarotsensoren und ein Kompass helfen dem surrenden Fußballer, dass er den Ball findet und auf dem Platz nicht die Orientierung verliert. Ähnlich geht es Sinus und Cosinus, die die Siebtklässler Kay Schneider, Finn Breuer, Aaron Bracht und Jan Thienemann vorstellen. In der "Rescue A"-Disziplin müssen sich die Roboter entlang einer schwarzen Linie ihren Weg durch ein Labyrinth suchen und am Ende eine Dose finden, "die in eine definierte schwarze Ecke gefahren werden muss", sagt Jan.

"Ein Ultraschallsensor erkennt, wann eine Rampe kommt", erklären Finn und Kay. Sofort beschleunigt der Roboter, damit er die Steigung auch schafft. "Es ist toll, selbst zu programmieren und im Team zusammenzuarbeiten", sagt Aaron. Doch jetzt haben sie keine Zeit mehr, müssen reparieren, weil sich im ersten Lauf die Technik verhakt hat.