Notreparaturen und Sanierung stehen an

1,5 Millionen Euro für das Rüngsdorfer Freibad nötig

Blick ins Rüngsdorfer Freibad im vergangenen Sommer: Damit 2018 wieder geöffnet werden kann, muss die Filteranlage repariert werden.

Blick ins Rüngsdorfer Freibad im vergangenen Sommer: Damit 2018 wieder geöffnet werden kann, muss die Filteranlage repariert werden.

Bad Godesberg. Die nächste Hiobsbotschaft aus dem Sport- und Bäderamt: Im Freibad Rüngsdorf muss die Filteranlage erneuert werden, was rund 1,5 Millionen Euro kosten soll.

Wie das Presseamt der Stadt am Dienstag mitteilte, möchte die Verwaltung zunächst eine Notreparatur in Höhe von 250.000 Euro durchführen, um 2018 öffnen zu können. Die eigentliche Sanierung soll dann noch mal 1,25 Millionen Euro kosten. Das Thema steht an diesem Mittwoch in der Bezirksvertretung Bad Godesberg auf der Tagesordnung, am Donnerstag im Sportausschuss sowie am Donnerstag, 14. Dezember, im Rat.

„Ein Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass ohne eine Durchführung dieser Sanierungsmaßnahme das Freibad Rüngsdorf nicht mehr sicher betrieben werden kann. Die Arbeiten sind zwingend erforderlich, unabhängig davon, ob das Bad an einen Dritten abgegeben oder weiterhin selber betrieben wird“, so Sportdezernent Martin Schumacher. Um das Defizit im Bäderbereich zu senken, hatte die Stadt bereits nach möglichen Betreibern für fünf Freibäder, darunter das Panoramabad Rüngsdorf, gesucht. Der Rat hat das im September gestoppt, als eine Mehrheit ein Interessenbekundungsverfahren ablehnte.

Der Schaden an der Filteranlage im Panoramabad ist offenbar bereits seit der Freibadsaison bekannt. Da sei ein Anschluss zum Filter geplatzt, teilte das Presseamt mit. „Dieser Schaden wurde notdürftig behoben.“ Dabei sei festgestellt worden, dass die Leitungen stark verrostet oder weggerostet seien. „Durch diesen Schaden kann nicht mehr sichergestellt werden, dass die Spülung der 50 Jahre alten Filter funktioniert und die Wasserwerte eingehalten werden“, erklärte Sport- und Bäderamtsleiter Stefan Günther. Auch die anderen Anschlüsse an den Filtern müssten erneuert werden.

Freibad soll zukunftsfest gemacht werden

Geplant ist laut Stadt nun, die veraltete Filteranlage abzureißen. Auch die 20 Jahre alte Pumpen- und Schaltschranktechnik soll demontiert werden. Anschließend soll ein Raum für neue Stahldruckfilter gebaut werden. Der bestehende Pumpenraum soll neue Rohre und Technik bekommen. Insgesamt müssten laut Sport- und Bäderamt 1,25 Millionen Euro investiert werden. Damit das „Rüngsi“ im Sommer 2018 trotzdem öffnen kann, müssten bei der Notreparatur die Leitungen sowie 4500 Filterdüsen und der Filtersand ausgetauscht werden. Hierfür sind 250 000 Euro veranschlagt.

Heinz Karsten Abresch, erster Vorsitzender des Fördervereins Panoramabad, reagierte überrascht auf den großen Sanierungsbedarf: „Man hat uns immer gesagt, dass die Technik gut wäre und alles funktioniere.“ In der vergangenen Saison war das Bad lediglich wegen eines Stromausfalls für einen Tag geschlossen.

Philipp Lerch, CDU-Fraktionschef in der Bezirksvertretung, sieht im Vorschlag der Verwaltung ein Signal, dass das Freibad zukunftsfest gemacht werden soll. „Wir erwarten, dass die Arbeiten pünktlich zum Start der Freibadsaison abgeschlossen sind und auch für genug Puffer gesorgt wird“, so Lerch. „Es muss gemacht werden, weil das Freibad ein wichtiger Ort für viele Menschen in Bad Godesberg ist“, sagt auch die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Hillevi Burmester (SPD). Allerdings sei ärgerlich, „dass man 250 000 Euro ausgeben muss, um über die Saison zu kommen“, und dann erst mit der eigentlichen Sanierung beginne.

Die marode Technik im Rüngsdorfer Freibad ist kein Einzelfall. Nach Viktoriabad und Kurfürstenbad ist seit der vergangenen Woche die Beueler Bütt wegen Problemen mit der Hygiene geschlossen. Auch hier arbeitet die Filteranlage nicht richtig. Ab 23. Dezember kommt noch die jährliche Schließzeit des Hardtbergbads hinzu, sodass den Bonnern in den Weihnachtsferien nur noch das Frankenbad als letztes Schwimmbad zur Verfügung steht.