Marienwallfahrtsort bei Wuppertal

1100 Gläubige aus Bad Godesberg gingen auf Wallfahrt nach Neviges

BAD GODESBERG. Rund 1100 Bad Godesberger sind gemeinsam am Wochenende zur mittlerweile achten Wallfahrt aufgebrochen. Etwa 550 Kinder und Jugendliche waren dabei. Das Ziel ihrer Reise: der kleine Marienwallfahrtsort Neviges in der Nähe von Wuppertal. Zusammen unterwegs zu sein, das war für alle eine wichtige Erfahrung.

Dieses Jahr waren wieder alle Pfarreien des Dekanats mit dabei. Gemeinsam kehrten sie am Samstag aus Neviges in die Marienkirche zurück und feierten dort die Schlussandacht. "Von Maria zu Maria" lautete der Leitsatz. Neu war das Nachmittagsprogramm für die Kinder: Sie feierten in Neviges ihren eigenen Wortgottesdienst und konnten sich danach beim Godesberger Kinderzirkus Don Mehloni als Zirkusartisten versuchen. Für die Jugendlichen gab es eine Rallye durch die Stadt.

Dass so viele Gläubige in einen kleinen Ort wie Neviges aufbrechen, fand auch Dechant Wolfgang Picken erstaunlich. "Das zeigt, wie viele Menschen hier Gottvertrauen haben und zugleich das allgemeine Bedürfnis verspüren, in der heutigen Zeit den Zusammenhalt unter den Brüdern und Schwestern zu leben", sagte er.

Die Teilnehmer kehrten zufrieden von der Wallfahrt zurück. "Es ist sehr schön, zusammen in Aufbruch zu sein und als Christ ein Zeichen zu setzen", sagte Gabriele Marluck (67). "Man erlebt dabei ein Miteinander, das es heutzutage durch die vielen Kleinfamilien so nicht mehr gibt", denkt sie. Sie hat bei der Wallfahrt nach Neviges neue Mitglieder der Gemeinde kennengelernt. Das gehört für sie dazu. "Ich habe beim Essen Leute getroffen, die ich bisher nur vom Sehen kannte. Es war sehr nett."

Für Tatjana Wittig ist die Wallfahrtsgruppe wie eine große Familie. "Man hilft sich gegenseitig, zum Beispiel mit den Kinderwagen - das ist ein sehr schönes Erlebnis", sagte die vierfache Mutter. "Trotz der Strapazen des frühen Aufstehens haben wir sehr viel Fröhlichkeit erlebt." Simon Gierlich beschrieb die Wallfahrt als "bombastisch wie immer".

Der 18-Jährige ist in der Gemeinde aufgewachsen und hat sich als Jugendleiter um die Rallye gekümmert. Schon bei den vorherigen sieben Fahrten war er dabei. "Das habe ich in der Gemeinde vorgelebt bekommen. Es macht sehr viel Spaß, und der Zusammenhalt in der Gruppe ist super. Aber natürlich bin ich auch aus meinem Glauben heraus mitgefahren."

Michale Schutz war mit seiner Familie zur Wallfahrt aufgebrochen. Ihm gefiel es, wie vielseitig die Gruppe war. Jedes Alter habe sich auf den Weg gemacht, sagte der 48-Jährige. "Wir haben gemeinsam gesungen, uns den Frieden gewünscht und das Vater Unser gebetet."

Seinen Kindern Constantin (10) und Benedikte (8) blieb vor allem der Mariendom mit seinem gezackten Dach in Erinnerung. "Ganz anders sah die Kirche aus", sagte Constantin. Benedikte hingegen fiebert schon einem ganz anderen Ereignis entgegen: "Nächstes Jahr fahren wir mit einem Schiff auf Wallfahrt", sagte sie. "Darauf freue ich mich schon so."