Sammelstelle von Bonnorange

Ärger über illegale Mülllager in Bad Godesberg

Egal ob morgens oder abends: Die Bonnorange-Mitarbeiter finden stets wilden Müll an der Sammelstelle an der Weststraße vor.

Egal ob morgens oder abends: Die Bonnorange-Mitarbeiter finden stets wilden Müll an der Sammelstelle an der Weststraße vor.

BAD GODESBERG. Nach den Feiertagen sieht es vor der Sammelstelle von Bonnorange an der Weststraße noch schlimmer aus als sonst. Darüber macht ein Mitarbeiter seinem Ärger Luft.

Nach Ostern hat es Rainer Theobald gereicht. Er musste seinem Ärger mal Luft machen. In der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Bad Godesberg, wenn...“ teilte der Mitarbeiter der Wert- und Schadstoffsammelstelle von Bonnorange an der Weststraße Fotos, wie es dort nach den Feiertagen aussah. In kurzen Worten: schrecklich.

„Ich arbeite jetzt seit 20 Jahren hier, aber es wird immer schlimmer mit dem wilden Müllabladen“, sagte Theobald im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Manche Bürger, so auch innerhalb der Gruppe, würden ihm gegenüber äußern, es handele sich ja nicht um eine Straftat, da der Müll vor der Sammelstelle liege – wo er schließlich ohnehin lande. Auch der Vergleich, es sei besser, den Abfall dort als im Wald loszuwerden, hinkt für ihn: „Es sind beides keine Kavaliersdelikte.“

So habe er am Dienstagmorgen zunächst mal eine Stunde mit zwei Kollegen vor dem großen Tor aufräumen müssen, bevor er überhaupt mit seiner eigentlichen Arbeit anfangen konnte. „Und da das Gelände umgebaut wird, konnten wir den ganzen Dreck mit Sackkarre, Einkaufswagen und Gabelstapler erst mal über Umwege abfahren“, so Theobald wütend. Der Job liegt seinen Kollegen und ihm am Herzen, nicht selten kommen sie außerhalb des Dienstes vorbei, um nach dem Rechten zu sehen.

„Inzwischen reicht es schon, 15 Minuten nach Dienstschluss zu gucken, dann haben die Ersten ihre Dinge schon abgestellt.“ Rund zwölf Kubikmeter Müll habe das Team von der Weststraße am Dienstag eingesammelt, sagte Jasmin Mangold von Bonnorange auf Nachfrage. „Leider passiert es aber täglich, dass Müll mit der Menge von ein bis zwei Kubikmetern dort illegal abgelegt wird“, so Mangold. Angesprochen auf eine mögliche Videoüberwachung teilte sie mit, dass dies diskutiert worden sei, aber dafür auch öffentliche Fläche gefilmt werden müsse – was nicht erlaubt ist. Allerdings gebe es einen Wachdienst und auch eine Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt. „Denn nur dieses kann ja Bußgelder verhängen“, so Mangold. Zudem kündigte sie an, dass geplant sei, demnächst auch samstags in Bad Godesberg zu öffnen.

Für Theobald würde es schon reichen, wenn ein Bewegungsmelder die Müllsünder erschreckt. Vor allem die, die Essensreste abladen. „Die ziehen Ratten an, die wir hier immer schlechter bekämpft bekommen“, wirbt er um Verständnis. Er glaubt nicht, dass es nur an den 15 Euro pro Kubikmeter Rest- und Sperrmüll oder Bauschutt liegt, die Kunden eigentlich zahlen müssten – und so sparen. Alles andere wie Grünmüll, Elektrogeräte, Papier, Lacke und Chemikalien sind nämlich frei. Es sei einfach Bequemlichkeit gepaart mit Rücksichtslosigkeit.

Die Sammelstelle an der Weststraße 11 hat montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Samstags ist nur die Anlage in der Bonner Weststadt von 8 bis 12 Uhr offen; Einfahrt über die Straße Am Dickobskreuz, Tor 2.