Museumsplatz Bonn

Zeltdach ist verkauft - Zuschlag für 20.400 Euro

Verkauft, abgebaut und inzwischen zu einer Spedition abtransportiert ist das Zeltdach.

Bonn/Frankfurt. 16 Gebote gingen bei der für den Verkauf zuständigen VEBEG GmbH, einer bundeseigenen Treuhandgesellschaft aus Frankfurt, ein. Das verbindliche Höchstgebot lag bei 20 400 Euro, ohne Mehrwertsteuer.

Wer der Käufer ist, darf die Verwertungsgesellschaft aus Datenschutzgründen nicht sagen: Ein Bonner Unternehmen war es jedoch nicht; das Zelt bleibt auch nicht in Deutschland, teilte Sachbearbeiter Oliver Kreuz vom VEBEG-Verkaufsteam dem GA am Mittwoch auf Anfrage mit.

Vielmehr handele es sich um ein Unternehmen aus dem EU-Ausland, welches das Höchstgebot abgegeben habe. Der Firmenname lasse den Rückschluss zu, dass das Zelt wieder als solches verwendet wird und nicht als Stahlschrott weiterverkauft werde. Das Zeltdach kann von dem Käufer ab Montag bei der Spedition abgeholt werden.

Nach GA-Informationen war das Zeltdach auch den früheren Konzertbetreibern des Museumsplatzes angeboten worden, für einen Euro. Die hatten abgelehnt, zumal sie die Abbaukosten selbst übernehmen sollten. Als das Zeltdach 1997 angeschafft wurde, hatte es rund 350.000 Euro gekostet, so die Angaben des Ex-Geschäftsführers der Bundeskunsthalle, Wilfried Gatzweiler.

Derweil äußern viele Bonner im Zuge der GA-Berichterstattung noch einmal großes Bedauern, dass es die Konzerte auf dem Museumsplatz nicht mehr gibt. Allerdings spricht aus vielen Kommentierungen auf die Artikel hin auch viel Verärgerung, dass Bonn nach dem Aus der Museumskonzerte, des Bonner Sommers und der Rheinkultur zur kulturellen Provinz verkomme.