Beethovenhalle in Bonn

Zeitplan für Sanierung steht

Die Beethovenhalle vom Rheinufer aus betrachtet: Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes soll im September 2016 beginnen und nach bisherigem Stand rund 30 Millionen Euro kosten.

BONN. Die Stadt Bonn will die Planungsleistungen zur Sanierung der Beethovenhalle vergeben. Damit nimmt das auf etwa 30 Millionen Euro geschätzte Bauprojekt konkrete Formen an. Zur nächsten Sitzung des Projektbeirats gibt es außerdem einen detaillierten Zeitplan.

Die geplante Generalsanierung der Beethovenhalle für zurzeit geschätzte 30 Millionen Euro nimmt Fahrt auf. Die Verwaltung will jetzt sämtliche Planungsleistungen vergeben. Außerdem hat sie für die Sitzung des Projektbeirats Beethovenhalle am Dienstag, 11. März, einen detaillierten Zeitplan vorgelegt.

Danach sollen die Handwerker gleich nach dem Beethovenfest im September 2016 loslegen. Als Bauzeit hat die Verwaltung zwei Jahre angesetzt. 2018 soll die Halle wieder für das Beethovenfest nutzbar sein. Damit gebe es genügend Vorlauf für das Jubiläum anlässlich Beethovens 250. Geburtstag im Jahr 2020.

Grundlage für sämtliche Planungen soll die bisherige Nutzung der Beethovenhalle als Multifunktionshalle mit dem Schwerpunkt klassische Musik sein. Die ursprünglich angedachte Erweiterung der Halle sei zunächst nicht erforderlich, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Für die Planung stehen in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro bereit. Der Verwaltung zufolge reicht dieser Betrag aus, um mit den Planungen beginnen zu können. 2015 sind dann rund zehn Millionen im Haushalt für die Sanierung vorgesehen. Geplant ist demnach unter anderem:

  • Die Betriebssicherheit der Halle, vor allem beim Brandschutz, soll verbessert werden.
     
  • Sämtliche bauliche Mängel, besonders am Dach und der Fassade, werden beseitigt. Saniert wird auch die Außenanlage
     
  • Angepackt und erneuert wird die komplette Technik im Haus, angefangen von der Akustik über Bühnen- und Lichttechnik bis hin zur Veranstaltungstechnik.
     
  • Die sanitären Einrichtungen für die Besucher sowie die Künstlergarderoben samt Bäder werden generalsaniert.

Eine Unbekannte in der ganzen Rechnung ist allerdings das geplante Festspielhaus. Wie berichtet, liegt seit Kurzem eine neue Variante auf dem Tisch, nach der ein hochwertiger Konzertsaal neben der Beethovenhalle gebaut werden könnte. Nach Auffassung der Verwaltung wird bei Errichtung eines Neubaus auf dem Gelände der Sanierungszeitplan der Beethovenhalle nicht tangiert.

Für die Grünen, die erklärte Festspielhaus-Gegner sind, ist die Vorlage "der Durchbruch" für die von ihnen favorisierte Generalsanierung der 1959 eingeweihten Halle. "Ich bin heilfroh, dass die Verwaltung ihren Widerstand aufgibt", so Tom Schmidt. Verhaltener ist da der CDU-Koalitionspartner. "Jetzt beschließen wir erst einmal die Vergabe der Planungsleistungen, dann sehen wir weiter", meinte Georg Fenninger.

Bis 2015 müsse klar sein, ob das Festspielhaus kommt. Helmut Redeker (SPD), dessen Fraktion bekanntlich gegen eine millionenschwere Generalsanierung der Beethovenhalle ist, fordert von der Verwaltung eine Alternativplanung, die ein Festspielhaus in direkter Nachbarschaft berücksichtigt. "Dann muss man doch an die Nutzung der Beethovenhalle ganz andere Anforderungen stellen."

Wolfgang Grießl reagierte fast ein wenig erbost auf die Verwaltungsvorlage. "Die Stadt wäre gut beraten, erst einmal abzuwarten", sagte der Vorsitzende des Festspielhaus-Fördervereins. "Wir verlangen ja nicht, dass die Planungen für immer verschwinden. Aber wenn beides gemacht werden soll, müssen die Pläne miteinander verzahnt werden." Die Festspielhaus-Initiativen wollen im März mit dem Post-Konzern als Großsponsor und der Stadtverwaltung in Klausur gehen.