Bonner Heizspiegel 2013

Wie Sie Ihren Energieverbrauch einordnen müssen

Die Aufnahme der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt die Fassade eines Wohnblocks in Elmshorn (Kreis Pinneberg), aufgenommen mit einer Wärmebildkamera.

BONN. Bonner müssen etwas mehr für ihre warme Wohnung zahlen als der Durchschnittsdeutsche. Je nach Heizungsart und Größe des Gebäudes machen die Unterschiede zwischen 50 Cent und 3,60 Euro pro Quadratmeter und Monat aus. "Das sagt auch etwas über den energetischen Zustand der Wohnungen in Bonn aus", sagte Celia Schütze, Leiterin der Bonner Energie Agentur, am Donnerstag bei der Vorstellung des Bonner Heizspiegels.

Dieser wird von co2online, der Bonner Energie Agentur sowie von SWB Energie und Wasser herausgegeben. Kaum überraschend bei dem langen harten Winter im vergangenen Jahr: Die Heizkosten sind mal wieder gestiegen. "Der langanhaltende Winter des vergangenen Jahres bedeutete etwa neun Prozent mehr Heizbedarf", so Schütze. Gleichzeitig seien die Preise für Erdgas 2012 im Vergleich zu 2011 um vier Prozent, für Heizöl gar um acht Prozent gestiegen.

Beispiel: Das Beheizen einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Heizöl kostete 2012 durchschnittlich 1045 Euro - 105 Euro mehr als noch 2011. Wer eine Erdgasheizung hat, der bezahlte in Bonn im Schnitt 740 Euro und damit 55 Euro mehr als 2011. Für Fernwärme stiegen die Heizkosten um 175 Euro auf durchschnittlich 1185 Euro.

Die Vergleichswerte für den Bonner Verbrauch wurden durch die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online anhand von 5 792 Datensätzen ermittelt. Die Preissteigerung macht bei Ölheizungen im Schnitt eine Mehrbelastung von 1,24 Euro pro Quadratmeter und Monat, bei Gas etwa 88 Cent aus, so Schütze.

So berechnen Sie den Vergleichswert:

Die Gesamtkosten werden durch die Gebäudefläche dividiert. Beispiel: Die Gesamtheizungskosten betragen 4689,73 Euro und das Mehrfamilienhaus verfügt über 459 Quadratmeter. Die beiden Zahlen miteinander dividiert ergibt etwa 10,22 Euro. Nach der Tabelle befände man sich damit im unteren Mittel. Es sei denn, in den Heizkosten ist auch die Warmwasserbereitung mit drin. Dann müssen Sie vom errechneten Wert 2,50 Euro abziehen - und wären damit im grünen Bereich.

Energiespartipps

Auch mit kleineren Maßnahmen lassen sich Kosten deutlich senken, so Celia Schütze. So sollte man Räume nicht überhitzen, den schon ein Grad weniger machen etwa sechs Prozent der Heizkosten aus. Durch elektronische Thermostatventile, die es schon ab etwa 20 Euro gibt, können die Heizzeiten programmiert werden. Abends heruntergelassene Rollläden isolieren zusätzlich, und auch richtiges Lüften kann sparen helfen. Schütze: Stoßlüften statt dauerhaft gekippte Fenster. Die Bonner Energie Agentur an der Thomas-Mann-Straße 2-4 bietet außerdem kostenfreie Einstiegsberatung zu Fragen rund um das energetische Bauen und Sanieren.

Fehlerhafte Abrechnungen

Jede zweite Abrechnung ist fehlerhaft, hat die Verbraucherzentrale festgestellt. Als Grundregel gilt, so Stephan Herpertz von der Verbraucherzentrale in Bonn, dass 30 Prozent der Energiekosten gleichmäßig und anteilig pro Quadratmeter und 70 Prozent nach Verbrauch abgerechnet werden. In Einzelfällen würden einfach sämtliche Kosten umgeteilt. Bei der Funkheizkostenverteilung könne es auch schon mal zu Fehlzuordnungen kommen. Die Empfehlung des Verbraucherschützers: Regelmäßig selbst die Daten erfassen und vergleichen. Bei größeren Problemen sollte man Belegeinsicht fordern. Der Verbraucherschutz und der Mieterschutzbund bieten Beratungen an.

Energieausweis

Bisher war vorgeschrieben, dass der Energieausweis für Gebäude auf Anfrage vorgelegt werden muss. Ab 1. Mai muss er bei Besichtigung des Kauf- oder Mietobjekts aktiv vorgelegt werden.