Die meisten Fehler passieren beim Abbiegen

Warum es auf den Straßen kracht

BONN. Im Jahr 2011 gab es nach Angabe der Bonner Polizei in ihrem Zuständigkeitsbereich insgesamt 15.725 Unfälle, davon wurden 5,9 Prozent (745) von Senioren ab 65 Jahren verursacht. In diesem Jahr zählte die Polizei bisher 11.501 Unfälle, von denen 6,3 Prozent Senioren verursachten. Trotz des leichten Anstiegs müsse man die Zahlen in Relation zum Bevölkerungsanteil sehen, so die Polizei.

Die Zahlen decken sich mit denen des Statistischen Bundesamtes: 2010 waren 13 Prozent der Senioren ab 65 Jahren in Unfälle aller Art verwickelt. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ist das gering: Von 82 Millionen Deutschen sind rund 20 Prozent älter als 65 Jahre.

Während Senioren in der Statistik kaum durch zu schnelles Fahren und Alkohol am Steuer auffallen, steigt ihre Zahl aber deutlich in der Statistik zu den Unfallursachen: Ab dem 75. Lebensjahr überholen sie sogar um sechs Prozent die Risikogruppe der 18 bis 21-jährigen Fahrer, die zu 70 Prozent die Unfälle selbst verursacht haben. Hauptfehler der Senioren sind die Missachtung der Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen, Rückwärtsfahren und Einparken.

In der Gesamtstatistik aller Unfallopfer im Straßenverkehr sieht es anders aus: Jeder zweite Verkehrstote in Deutschland war 2010 älter als 65 Jahre. Das heißt, das Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken, ist für Senioren besonders hoch und ihre Überlebenschancen aufgrund des Alters deutlich geringer. Wegen des demografischen Wandels wird sich diese Tendenz verstärken.

Bereits im Jahr 2030 wird es einen Boom an Senioren geben: Die Zahl der Senioren steigt durch die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge auf 22,3 Millionen und stellt damit einen Bevölkerungsanteil von fast 30 Prozent dar. 99 Prozent verfügen über einen Führerschein und eine fast lebenslange Fahrpraxis.