WCC Bonn: Bis Ende September reicht das Geld zum Weiterbau

<b>Prägt</b> das ehemalige Parlaments- und Regierungsviertel: Die Eingangshalle des World Conference Centers Bonn.

<b>Prägt</b> das ehemalige Parlaments- und Regierungsviertel: Die Eingangshalle des World Conference Centers Bonn.

Stadt will vermeiden, dass sie das Projekt in Eigenregie fertigstellen muss und hofft auf neues Geld aus Korea

Bonn. Bis Ende kommenden September reicht das Geld, um am World Conference Center Bonn (WCCBonn) weiter bauen zu können. Möglich wird dies, weil die Sparkasse KölnBonn einen weiteren Kredit über 30 Millionen Euro ausgezahlt hat, erfuhr der GA.

Sollten die bereits für Juni zugesagten 30 Millionen Euro des potenziellen neuen Investors Honua/Korea Mitte/Ende nächsten Monats nicht in Bonn angekommen sein, droht der sogenannte Heimfall. Sprich: Die Stadt müsste das Projekt übernehmen, könnte sich aber einen neuen Investors suchen.

Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann hat Man Ki Kim ultimativ aufgefordert, die Überweisung des Geldes sicherzustellen. Kim ist nach wie vor Geschäftsführer des WCCB-Bauherren, der UNCC GmbH, da er anfangs mit seiner Firma SMI Hyundai alleiniger Gesellschafter der UNCC war, inzwischen aber die meisten Anteile (94 Prozent) an Honua übertragen hat.

Da sich Kim aber einen Teil seines zunächst zugesagten Eigenkapitals bei dem niederländisch-irsaelischen Konzern Arazim "besorgt" hat, beansprucht Arazim die 94 Prozent - was ihm das Bonner Landgericht auch zugesteht ( der GA berichtete). Dem Vernehmen nach wollen sich Honua, SMI Hyundai und Arazim außergerichtlich einigen, wobei Arazim dafür einen Millionenbetrag verlangt.

Den Heimfall möchte die Stadt auf jeden Fall vermieden, erfuhr der GA. Grund: Dann drohe ein langer Rechtsstreit und ein Baustopp - "der Super-GAU", heißt es im Rathaus. Denn man müsse mit rund zehn Millionen Euro kosten rechnen, um dann wieder eine stillgelegte Baustelle ans Laufen zu bringen.

Bei einem Heimfall bekäme der Investor 70 Prozent des Ertragswertes. Davon würden 36 Millionen Euro Landeszuschuss und 104 Millionen Euro Kredite der Sparkasse abgezogen. Der Ertragswert ist während der Bauphase jedoch schwer zu ermitteln; es müsste mit fiktiven Zahlen operiert werden. Denn niemand kann genau sagen, wie hoch später die Einnahmen aus dem Betrieb des WCCBonn sein werden.

Von Fachleuten erfuhr der GA, dass bei einem Heimfall die Stadt nichts an die UNCC zurückzahlen müsste. Mehr noch: Der Bauherr müsste sein Eigenkapital von gut 40 Millionen Euro in den Wind schreiben. Daher, so hofft man im Stadthaus, werde der Bauherr versuchen, sein Geld zu "retten". Gleichwohl sucht die Stadt derzeit nach Möglichkeiten, den Heimfall zu vermeiden. Denn der Rat ist sich in einem Punkt einig: das WCCB muss zu Ende gebaut werden.