Viktoriabrücke für schwere Lastwagen gesperrt

Ab Freitag gesperrt: 27 000 Fahrzeuge passieren täglich die Viktoriabrücke.

Ab Freitag gesperrt: 27 000 Fahrzeuge passieren täglich die Viktoriabrücke.

Der Fahrer eines voll beladenen Betonmischers muss sich ab Freitagmorgen eine neue Route suchen, wenn er über die Viktoriabrücke fahren will. Denn die wird für den Schwerlastverkehr gesperrt. Ursache sind die rostigen Stellen im Stahlüberbau.

Bonn. Der Fahrer eines voll beladenen Betonmischers muss sich ab Freitagmorgen eine neue Route suchen, wenn er über die Viktoriabrücke fahren will. Denn die wird für den Schwerlastverkehr gesperrt. Ursache sind die rostigen Stellen im Stahlüberbau.

Auch der schwerste Sattelschlepper werde die Brücke nicht zum Einstürzen bringen, versichert die Verwaltung. Es könnten aber Dellen in der Fahrbahn entstehen. Die Beschränkungen für alle Fahrzeuge über 16 Tonnen diene ausschließlich der Schadensbegrenzung.

Rostige Stellen sind selbst mit dem bloßen Auge gut zu sehen. So hatte die Stadt im vergangene Oktober den Brücken-TÜV bestellt. Die Überprüfungen fanden im Februar statt, wie Stefan Pieper vom Tiefbauamt sagt.

Nach der statischen Auswertung liegen jetzt die Ergebnisse vor, die zur Sperrung für die schweren Brummis geführt haben. Die Fahrer werden an den Kreuzungseinmündungen an beiden Enden der Brücke mit Schildern über das Durchfahrtverbot informiert. Für Fußgänger, Rad- und Pkw-Fahrer ändert sich nichts.

Meinung Kommentar Dazu auch der Kommentar " Teure Brücken"

Der Schwerlastverkehr hat nun die Möglichkeit, die Brücke über die Autobahn zu umfahren. Im Herbst kommen auch die Trecker mit Anhängern voller Rüben. Ihre Umleitung führt laut Pieper in beide Richtungen über die Endenicher Straße, Auf dem Hügel, Am Propsthof und Bornheimer Straße. Das wird nicht extra ausgeschildert, weil sich der Aufwand nicht lohne.

Nach Angaben von Monika Hörig vom Presseamt der Stadt fahren täglich schätzungsweise rund 20 Schwerlaster über die Viktoriabrücke. "Es sind nicht so viele Leute betroffen." Auch nicht die Fahrgäste des Flughafenbusses SB 60. Der kann zwar im Einzelfall mal mehr als 16 Tonnen wiegen, so die Stadt, aber die Tragwerksplaner hätten ihr Okay gegeben. Schulbusse seien grundsätzlich leichter.

Die Viktoriabrücke

Im April 1905 wurde der erste, nicht schienengleiche Übergang (Viktoriabrücke) über die Eisenbahnstrecke Köln-Koblenz im Bonner Stadtgebiet dem Verkehr übergeben. 1963 wurde die westliche Seite um 6,50 Meter auf 19,50 Meter verbreitert. Die Brücke überspannt die Bundesbahn- und Stadtbahngleise sowie den Heinrich-Böll-Ring. Die Stahlbrücke ist - ohne die Vorlandbrücken - 94,50 Meter lang. Mit einer Fläche von 1843 Quadratmetern (ohne Vorlandbrücken) ist sie die viertgrößte Brücke in Bonn - nach Kennedy-, Reuter- und Maximilian-Kolbe-Brücke. Pro Tag rollen nach Angaben der Stadt rund 27 000 Fahrzeuge über die Viktoriabrücke.

Die Verwaltung hat die Bezirksvertretung Bonn und einige Betriebe schon über die Sperrung informiert, etwa die Euskirchener Zuckerrübenfabrik. Sie bleibt bis zur geplanten Sanierung 2011, die gut zwei Jahre dauern wird.

Im mittelfristigen Investitionsplan ist laut Hörig Geld im Haushalt eingestellt. 2010 sind das 200 000 Euro Planungskosten. Für die Sanierung sind 2011 gut 2,1 Millionen und 2012 nochmal zwei Millionen Euro vorgesehen. Die Stadt hofft auf einen namhaften Landeszuschuss.