Vertretung der Republik Kamerun zieht nach Berlin um

Da waren es nur noch zwei: Drittletzte Botschaft verlässt Bad Godesberg

Bad Godesberg. Seit Sonntag befindet sich die offizielle diplomatische Vertretung der Republik Kamerun nicht mehr an der Godesberger Rheinallee 76, sondern am ebenso edlen Berliner Kurfürstendamm 136. So steht es auf dem Zettel, der am Zaun des langjährigen Botschaftsgebäudes angebracht ist. Damit hat die drittletzte Botschaft Bad Godesberg den Rücken gekehrt. Da waren es nur noch zwei...

Seit Sonntag ist Berlin die verbindliche Adresse für die Vertretung, bestätigt dort auf GA-Anfrage die Botschaftsmitarbeiterin Nicole Libam. Jean Marc Mpay, seit Ende letzten Jahres neue Botschafter der Republik, sei nie nach Bonn gegangen, sondern habe von Anfang an in der neuen Bundeshauptstadt gearbeitet.

Seit 2. Februar hat sein Stab in einer angemieteten Etage am Kurfürstendamm die Geschäfte aufgenommen. Offiziell ist nach Angaben der Mitarbeiterin am 1. März der Startschuss gewesen. "Wir erwarten, dass hoffentlich noch in dieser Woche das Botschaftspersonal aus Bad Godesberg zu uns kommt", stellt Libam dann fest. Die für eine Botschaft grundlegenden Dokumente seien auch noch nicht eingetroffen. "Der Umzug verzögert sich wohl noch etwas."

Das Botschaftsgebäude an der Ecke Rheinallee/Ubierstraße stehe zum Verkauf, bestätigt Libam. Das betrifft ebenso die bisherige Residenz der Republik Kamerun in der Plittersdorfer Straße. Mit dem Weggang der Kameruner sind im ehemaligen Diplomatenviertel Bonns von zu Hochzeiten 152 Vertretungen nur noch zwei Botschaften verblieben.

Noch nicht an der Spree ist die Vertretung der Demokratischen Republik Kongo, die in einem relativ bescheidenen Gebäude im Meisengarten 133 arbeitet und zudem noch die Residenz An der Nesselburg 38 unterhält. "Ihr Bestes zu geben", um es auch noch innerhalb dieses Jahres nach Berlin zu schaffen, hatte Kongos erster Konsul Theo Wabinga dem GA auf Anfrage im Dezember erklärt. Entscheidend sei jedoch erst einmal, wie sich die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Heimat entwickelten und wie "die Frage der Finanzen" zu lösen sei.

Zum Zweiten sind noch die Mitarbeiter der Botschaft der westafrikanischen Republik Sierra Leone in Bonn ansässig. Im Botschaftsgebäude Rheinallee 20 und in der Residenz in der Johanniterstraße sind die Lichter noch nicht ausgegangen, obwohl man auch, so sagte im Dezember ein Mitarbeiter dem GA, "vielleicht bis Ende 2009" die Koffer nach Berlin gepackt habe. Dass gerade die Republik Kamerun nun den Anfang des letzten Trios Richtung Spree gemacht hat, wird die Freunde des alten Hauptstadt-Bonns noch aus einem anderen Grunde melancholisch stimmen.

Gerade Kameruns langjähriger Botschafter-Veteran Jean Melaga, der im Oktober 2008 aus Altersgründen in die Heimat zurückkehrte, ist sicher noch vielen, die sich auf dem damaligen diplomatischen Parkett auskannten, unvergessen. Und auch in anderer Hinsicht werden die Godesberger Kameruns Botschaft in Erinnerung behalten.

War die Rheinallee 76 doch 1994 von einem Einbrecherduo spektakulär ausgeraubt worden. 62 000 DM und zwei Gewehre ließen die Langfinger mitgehen 2002 geriet die Botschaft wegen einer mehrtägigen Besetzung durch Regime-Gegner erneut in die Schlagzeilen. Erst ein Großaufgebot der Polizei beendete die Aktion.