Verletzter Fahrradfahrer trug keinen Helm

Autofahrerin übersieht 35-Jährigen auf dem Radweg der Baumschulallee - Rege Diskussionen im Internet

Weststadt. Kopfverletzungen hat ein 35-jähriger Fahrradfahrer am DIenstagmorgen bei einem Verkehrsunfall auf der Baumschulallee erlitten. Ein Rettungswagen brachte ihn zur stationären Behandlung ins Krankenhaus. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, trug der Mann keinen Helm.

Um 9.15 Uhr war eine Autofahrerin (28) auf der Baumschulallee vom Wittelsbacher Ring Richtung Bonner Talweg unterwegs und hatte nach rechts in eine Grundstückseinfahrt einbiegen wollen. Dabei übersah sie nach Angaben von Polizeisprecherin Daniela Lindemann den 35-Jährigen, der rechts von ihr auf dem Radweg in die gleiche Richtung fuhr.

Die Frau konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Der Radfahrer prallte seitlich gegen ihr Auto; der Mann stürzte zu Boden und schlug mit dem Kopf auf. Die erste Meldung, wonach er nicht ansprechbar sei, revidierte die Polizei wenig später. Die zunächst befürchteten lebensgefährlichen Verletzungen bestätigten sich nicht.

Für die Ermittlungen sperrte die Polizei die Unfallstelle Richtung Süden bis 10.30 Uhr. Beamte leiteten den Verkehr um. Polizeipräsident Wolfgang Albers, der wegen des Anstiegs verletzter Fahrradfahrer (erstmals gab es im vergangenen Jahr mehr schwer verletzte Rad- als Autofahrer) die Einführung der Helmpflicht gefordert hat ( der GA berichtete), wollte sich zu dem Unfall am Dienstag nicht äußern.

Die Diskussionen um eine Helmpflicht reißen unterdessen nicht ab. Bis Dienstagmorgen haben mehr als 40 Leser der Polizei-Homepage im Online-Gästebuch ihre Meinung kundgetan. So fragen einige nach der Wirksamkeit von Helmen und bezweifeln ein Mehr an Sicherheit. Ein Fahrradhelm könne niemals die Schutzfunktion eines Motorradintegralhelms haben, heißt es.

Einer britischen Studie zufolge überholen Auto- und Lkw-Fahrer die Radler mit Helm mit einem geringeren Seitenabstand als die ohne, weil sie einen professionelleren Eindruck erweckten. An einer Abstimmung pro und contra Helm im Bonner Polizei-Web haben bisher mehr als 4 500 Menschen teilgenommen. Ergebnis: 16,83 Prozent sind für, 83,17 Prozent gegen die Helmpflicht.

Eine Umfrage bei General-Anzeiger Online, meldet ein noch deutlicheres Ergebnis: acht Prozent wollen die Helmpflicht, 92 Prozent lehnen sie ab.