Autofahren im Herbst

Verbraucherzentrale warnt vor dunkler Jahreszeit

Können akustische Signale Wildtiere von der Straße abhalten? Verkehrsexperten wollen dies nun mit einem Pilotprojekt herausfinden.

Können akustische Signale Wildtiere von der Straße abhalten? Verkehrsexperten wollen dies nun mit einem Pilotprojekt herausfinden.

Bonn. Brunftzeit, Nebel und Dunkelheit: Im Herbst steigt die Zahl der Autounfälle rapide an. Wir sagen Ihnen, worauf Sie in den kommenden Monaten achten müssen, um sicher durch den Verkehr zu kommen.

Herbstzeit ist Brunftzeit

Wenn aktuell die Tage wieder kürzer werden, steigt die Gefahr der Unfälle aufgrund von Wildwechsel und schlechter Sicht. Beides zusammen kann schnell zu einem Zusammenstoß führen, besonders weil Rehe und Hirsche im Herbst Brunftzeit haben, ihnen also der Kopf nach anderen Dingen steht. Experten raten deshalb zu erhöhter Wachsamkeit, besonders in bewaldeten und generell ländlichen Gebieten. Sollte Wild am Straßenrand auftauchen, gilt: Abbremsen, Fernlicht ausschalten und eventuell hupen.

Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, empfehlen die Experten, Ruhe zu bewahren und die Polizei zu alarmieren. In jedem Fall sollten sich der Unfallfahrer eine Wildbescheinigung ausstellen lassen, die den Zusammenstoß mit dem Wild für die Versicherung dokumentiert. Eine Kaskoversicherung übernimmt den entstanden Schaden in der Regel vollständig - auch wenn dieser durch Ausweichen entstanden ist. Einzige Ausnahme hierbei: Es muss sich um so genanntes "Haarwild", also Hirsche, Rehe, etc. handeln. Hasen oder Füchse verursachen in der Regel keinen Schaden, der groß genug wäre, um ein Ausweichen zu rechtfertigen, so der Bundesgerichtshof in einem Urteil. Es gilt also: Bei kleinen Tieren lieber überfahren als ausweichen.

Achtung Nebel!

Auch Nebelbänke werden im Herbst durch die zunehmende Luftfeuchtigkeit häufiger. Experten raten deshalb Nebel nicht zu unterschätzen und die eigene Geschwindigkeit rechtzeitig anzupassen und immer genug Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten. Als Faustregel gilt: Ein Stundenkilometer pro Meter Sichtweite. Liegt die Sichtweite bei unter 50 Metern, ist es per Gesetz sogar vorgeschrieben, auf 50 km/h abzubremsen. Als Orientierung können hierbei die Leitpfosten am Straßenrand oder die Fahrbahnmarkierungen dienen. Die Leitpfosten liegen immer 50 Meter auseinander, die Markierungsstreifen zwischen 18 Meter auf Autobahnen und 12 Meter auf Landstraßen.

Wichtig ist bei schlechter Sicht auch die richtige Wahl der eigenen Fahrzeugbeleuchtung. Bei Nebel oder Schnee bringt das Fernlicht beispielsweise keine verbesserten Sichtverhältnisse, sondern reflektieren und blenden zusätzlich den Gegenverkehr. Stattdessen empfehlen Experten bei schlechter Sicht mit Abblendlicht zu fahren und - wenn vorhanden - Nebelscheinwerfer einzuschalten. Wichtig hierbei: Nebelscheinwerfer dürfen auch bei starkem Regen und Schneefall benutzt werden. Für den Einsatz der Nebelschlussleuchte gibt es hingegen klare Vorgaben. Diese darf nur bei Sichtweiten unter 50 Meter in Kombination mit verringerter Geschwindigkeit eingeschaltet werden. Bei unnötiger Verwendung droht sogar ein Bußgeld zwischen 20 und 35 Euro.

Insbesondere wenn die Temperaturen frostiger werden und die Straßenmeistereien gegen die Glätte Streusalz fahren, muss auf den Scheiben für klare Sicht gesorgt sein. Deshalb: Vor jeder Fahrt den Vorat an Scheibenspritzwasser und die Scheibenwischer prüfen. Bei besonders schlechter Sicht empfehlen Experten sogar, Rast- oder Parkplätze anzufahren bis sich die Sicht bessert. Dies gilt insbesondere für Lkw, Gefahrguttransporte oder bei besonders hohem Verkehrsaufkommen.

Gefahr nasses Laub

Doch auch bevor der Winter kommt, kann es auf den Straßen glatt werden. Nasses Laub verbindet sich auf den Straßen mit Nässe zu einer rutschigen Seifenschicht und wirkt ähnlich wie Glatteis. Besonders gefährlich wird es, wenn man unerwartet scharf bremsen muss. Deshalb gilt: Fuß vom Gas und möglichst vorausschauend fahren.