Unter Gleichgesinnten

102 Oldtimer starten bei der "Bonn-Classic" in Duisdorf und fahren durch die Eifel zu Schloss Miel.

Duisdorf. Ein Jaguar E-Typ Baujahr 1969 rollte auf Schloss Miel zu, einer von zweien, die bei der neunten "Bonn Classic" Oldtimer-Rallye des Motor-Sport-Clubs 1931 Bonn-Duisdorf (MSC) mitgefahren waren. "So einen hätte ich gerne", sagte Schlossherr Heinz Thelen. Aber den könne er sich nicht leisten, meinte er und deutete auf sein barockes Schloss. "Das ist mein Sportwagen."

So viele Oldtimer wie am Samstagnachmittag waren noch nie auf dem Schlossgelände vorgefahren. Ein MG Midget aus dem Jahr 1967 neben einem Mercedes VA von 1951, ein 1953er Volvo PV 444 neben einem BMW 02 Alpina Baujahr 1975 - für jeden Auto-Liebhaber war etwas dabei. 102 Fahrzeuge waren vormittags in Bonn- Duisdorf in der Einkaufszone zu einer rund 180 Kilometer langen Tour durch Vorgebirge und Eifel gestartet, deutlich mehr als sonst, sagte Peter Purrucker vom MSC. "Entsprechend lange dauert das alles. Die letzten Wagen waren erst um kurz vor 12 Uhr unterwegs."

Vorkriegs-Ford und Käfer Zum neunten Mal organisierte der MSC 1931 Bonn-Duisdorf seine "Bonn-Classic" Oldtimer-Rallye. Die meisten der 102 Automodelle stammten aus den 50er bis 70er Jahren, das älteste war ein Ford Model A von 1931. Aus der Vorkriegszeit waren auch ein Wanderer W 23 (1939), zwei Tatras 57 A (1936 und 1937), ein MG PA (1934) und ein BMW 327 (1941) vertreten. Die drei jüngsten Fahrzeuge, ein Fiat 124 sowie Porsche-Modelle 911 SC und 924, liefen 1981 vom Band. Sie sind somit 30 Jahre alt und gelten nach den Bestimmungen seit diesem Jahr als Oldtimer. Häufigste Marken waren Mercedes Benz (11), Opel, VW und MG (jeweils 10), das häufigste Automodell der VW Käfer.

In der Duisdorfer Schmitthalle hatten sich alle Teilnehmer zum Frühstück getroffen, danach ging es zum Start in die Rochusstraße, wo Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand dem Club zu seinem 80-jährigen Bestehen gratulierte. Um Punkt zehn Uhr startete der erste Teilnehmer, danach fuhr minütlich ein Wagen los. Der erste Streckenabschnitt hatte 102 Kilometer Länge, das Mittagessen wurde im Kloster Steinfeld eingenommen.

Ziel nach weiteren 77 Kilometern: Miel. Unterwegs galt es Aufgaben zu erledigen, etwa eine Strecke von 1,45 Kilometern in exakt drei Minuten zurückzulegen. Zudem mussten sich die Fahrer Zahlen auf "stummen Wächtern" merken. So erkenne man, dass die Teilnehmer die geforderte Strecke wirklich gefahren waren, erklärte Purrucker. "Zum anderen durften sie nicht zu schnell fahren, sonst hätten sie sie nicht wahrgenommen."

Viele alte Bekannte waren dabei, wie Erik Wolfertz und Beifahrer Reinhold Wisniewski aus Remscheid, die ihre vierte Bonn-Classic fuhren und mit ihrem Opel Manta von 1975 als erste ins Ziel kamen. Die Fahrt sei toll gewesen, sagten sie, auch dank des guten Wetters.

Für sie ging es weniger um einen Preis: "Hier ist man unter Gleichgesinnten", sagte Wisniewski. Das Tolle an Oldtimern: "Man kann noch selber daran schrauben." Hubert Reingen und Peter Weiler aus Alfter nahmen mit einem MG TD Baujahr 1952 teil, den sie vor fünf Jahren restaurierten. "Mich reizt das Flair der alten Autos", erklärte Weiler. "Es war früher ein Traum von mir, solche Autos zu fahren", sagte Reingen. Die letzten Fahrer erreichten Schloss Miel am frühen Abend, zu Abendessen und Preisverleihung.