Unruhe auf dem Ückesdorfer Friedhof

Dort, wo Andacht und Ehrfurcht vorherrschen sollten, nämlich auf dem Ückesdorfer Friedhof, gibt es seit Monaten Ärger und Streit: Die einen regen sich auf über Skilangläufer und Radfahrer, die die Friedhofswege sommers wie winters nutzen, und über Zeitgenossen, die ihre Hunde ihr Geschäft auf Gräbern verrichten lassen.

Ückesdorf. Dort, wo Andacht und Ehrfurcht vorherrschen sollten, nämlich auf dem Ückesdorfer Friedhof, gibt es seit Monaten Ärger und Streit: Die einen regen sich auf über Skilangläufer und Radfahrer, die die Friedhofswege sommers wie winters nutzen, und über Zeitgenossen, die ihre Hunde ihr Geschäft auf Gräbern verrichten lassen.

Die anderen verstehen diese Aufregung nicht und ärgern sich ihrerseits, dass die Stadt, genauer das Amt für Stadtgrün das hintere Friedhofstor zu den Feldern hin abgeschlossen hat, um den Problemen Herr zu werden.

Nun hat die Stadt aufgrund der Intervention von FDP-Ratsherr Joachim Stamp und der CDU Röttgen/Ückesdorf das Tor wieder aufgeschlossen. Peter Spyra vom CDU-Ortsverband fand daher nun Worte des Lobes: "Da hat die Stadt mal wirklich schnell geschaltet." Er hatte sie aufgefordert, den zweiten Zugang zum Waldfriedhof Ückesdorf wieder zu öffnen.

"Der Friedhof muss von allen Seiten zugänglich sein. Die Zahl der Beschwerden gegen die Schließung nahm ständig zu. Die Bürger monierten zu Recht, dass der Friedhof mehr als einen Zugang haben muss." Das sieht auch Stamp so, der sich am kommenden Donnerstag um 9 Uhr mit Vertretern des Amtes für Stadtgrün am Friedhof trifft, um eine Lösung des Problems zu finden.

Wegen der Schließung des Tores hätten die Brüser Berger einen erheblichen Umweg in Kauf nehmen müssen, so Spyra weiter. "Vor allem Spaziergänger wurden unnötig behindert, die den Friedhof gerne besuchen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Durchgangsweg älter ist als der Friedhof selbst."

Wenn es Probleme mit Radfahrern oder freilaufenden Hunden gegeben habe, sei das Ordnungsamt aufgefordert, regelmäßiger zu kontrollieren. Die Schließung habe da nicht unbedingt geholfen. Im Übrigen sei der Waldfriedhof sehr abgelegen. Eine stärkere Frequentierung sei aus Sicherheitserwägungen sinnvoll, so Spyra.

Eine Ückesdorfer Bürgerin ist anderer Meinung: "Es gibt genug Wege am Friedhof, da muss das hintere Tor nicht geöffnet sein", sagte die Frau, die nicht namentlich genannt werden will, dem GA. Es geht ihr aber weniger darum, ob das Tor offen oder geschlossen ist. Sie erwartet schlicht mehr Respekt vor den Angehörigen, die auf dem Friedhof die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen.

Zwar habe ihre Beschwerde bei der Stadt dazu geführt, dass ein Schild am Eingang nun auch Hundehalter auffordert, ihre Vierbeiner nicht auf den Friedhof "machen" zu lassen, doch eine für alle befriedigende Lösung sei in weiter Ferne. hol/val