Stadtwerke Bonn

Umgebaute Stadtbahn auf Jungfernfahrt

BONN.  Die Stadtwerke Bonn nennen es "Das Comeback des Jahres". Die Rede ist von den Bahnen "Typ B 100", besser bekannt als Stadtbahnen auf den Linien 63, 66, 67, 68, 16 und 18, mit Waggons aus den 70er Jahren. Um den Fahrkomfort zu verbessern, schafft die SWB nicht einfach neue Stadtbahnen an, sondern modernisiert die alten.
Feiern 'Comeback' (v. li.): Landrat Frithjof Kühn, Landtagsabgeordneter Rolf Beu, Verkehrsminister Michael Groschek, CDU-Fraktionschef Klaus-Peter Gilles, SWB-Geschäftsführer Heinz-Jürgen Reining, SPD-Stadtrat Werner Esser und OB Jürgen Nimptsch.
								Foto: Barbara Frommann
Feiern 'Comeback' (v. li.): Landrat Frithjof Kühn, Landtagsabgeordneter Rolf Beu, Verkehrsminister Michael Groschek, CDU-Fraktionschef Klaus-Peter Gilles, SWB-Geschäftsführer Heinz-Jürgen Reining, SPD-Stadtrat Werner Esser und OB Jürgen Nimptsch. Foto: Barbara Frommann

Unter dem Titel "Zweiterstellung" tüftelt ein neunköpfiges Team seit 2007 an der Idee, neue Technik in altes Gehäuse zu bauen.Am Samstag fuhr die erste umgebaute Bahn vom Beueler Bahnhof nach Bad Honnef und wieder zurück. Mit dabei war Landesverkehrsminister Michael Groschek, der sich außerordentlich begeistert von dem Projekt zeigte.

Der SPD-Politiker fand aber auch mahnende Worte in Richtung Bund: "Wenn es nach mir ginge, wären noch mehrere Milliarden Euro als Investition in die Infrastruktur des Schienenverkehrs drin."

Bei den alten Bahnen ist den Reisenden vor allem das charakteristische Zischen der Türen beim Öffnen und Schließen im Ohr. Jenes Zischen kommt von den luftdruckbetriebenen Türen, die zuletzt Anfang des Jahres für Ärger sorgten.

Weitere Bilder von den "neuen" Bahnen
Denn in den Kanälen des Türmechanismus sammelte sich schon mal Wasser, das spätestens bei Minusgraden Probleme machte: Die Türen blieben bei Eiseskälte zu, froren schlichtweg ein. Bahnen fielen komplett aus, der Fahrplan war nahezu außer Kraft gesetzt. "Das wird in Zukunft nicht mehr passieren", versicherte SWB-Sprecher Werner Schui. "Die Türen werden bei den renovierten Wagen elektrisch betrieben."

Für die Stadtwerke stand beim dem Projekt die Wirtschaftlichkeit im Zentrum. "Eine neue Stadtbahn hätte etwa 3,5 Millionen Euro gekostet. Die alten instand zu setzen, kostete 1,2 Millionen Euro", berichtete Schui. Noch 25 weitere Bahnen sollen umgerüstet werden, so dass von einem Einsparungsvolumen von fast 50 Millionen Euro die Rede ist. Dazu achteten die Entwickler aber auch auf die Innenausstattung der Bahnen.

"Wir haben mit den Behindertenverbänden unter anderem die Höhe der Taster abgesprochen, mit denen die Türen geöffnet werden. Ebenso, wie lange die Tür geöffnet ist." Außerdem hätten die Fahrgäste auch Einfluss auf die Höhe der Stangen zum Festhalten gehabt. Die neuen Elektromotoren speisen die beim Bremsen erzeugte Energie wieder zurück in das Stromnetz.

Allerdings lief der Umbau auch nicht immer reibungslos. Zumindest, was die Ersatzteile angeht. "Es dauerte schon mal länger, wenn wir Ersatzteile europaweit ausschreiben mussten", erinnert sich Daniel Reiter, Elektriker in dem Projekt. Er ist aber dennoch begeistert und beschreibt die Wagen als "starke Stücke".

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