Tumulte überschatten Rheinkultur

Zum ersten Mal in der Geschichte des Bonner Open-Air-Festivals "Rheinkultur" ist wegen gewalttätiger Fans ein Teil des Bühnenprogramms abgebrochen worden.

Bonn. (pra) Zum ersten Mal in der Geschichte des Bonner Open-Air-Festivals "Rheinkultur" ist wegen gewalttätiger Fans ein Teil des Bühnenprogramms abgebrochen worden.

Vor einer der fünf Bühnen war es am frühen Samstagabend zu Ausschreitungen gekommen. Wie die Veranstalter mitteilten, waren rivalisierende Fangruppen vor der Hip-Hop-Bühne zusammengestoßen.

Fotos BilddokuJede Menge Bilder von der Rheinkultur 2011

Die beiden Fangruppen sorgten direkt vor der Bühne für so aggressive Stimmung, dass das Programm auf der Hip-Hop-Bühne vorübergehend unterbrochen werden musste. Da die Stimmung unter den Fans weiterhin aufgeheizt war und die Störenfriede den Bereich vor der Bühne nicht verlassen wollten, wurde in Absprache mit dem Künstler der Auftritt von „Haftbefehl" abgesagt. Die Sicherheit des Publikums während des Auftritts sei nicht zu gewährleisten gewesen, so die Polizei.

Einige „Fans" reagierten gewalttätig auf die Absage. Sie stürmten die Bühne, randalierten und ließen sich von den Sicherheitskräften kaum mehr beruhigen. Polizei und Festival-Security räumten daraufhin die Bühne. In Einzelfällen mussten die Polizeibeamten Pfefferspray einsetzen. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie liegen nun Strafanzeigen wegen des Verdachts auf Landfriedensbruchs vor.

Viele Besucher hielten die Tumulte an und auf der Hip-Hop-Bühne mit ihren Kameras bzw. Handys fest. Zahlreiche Filme sind unter youtube.de zu sehen.

Inwiefern die Ausschreitungen Auswirkungen auf das Jubiläums-Festival im kommenden Jahr haben, konnte Rheinkultur-Sprecher Christoph Heiliger nicht abschätzen. "Wir setzen uns zusammen und werden darüber sprechen", sagte Heiliger der Nachrichtenagentur dpa.

Nach dem Zwischenfall verlief der Rest des Festivals, zu dem 160 000 Besucher gekommen waren, ebenso friedlich wie es begonnen hatte. Vor der Blauen Bühne, der Roten Bühne und der Grünen Bühne sowie rund um den Tanzberg war es während des gesamten Festivals zu keinen Störungen gekommen. Abgesehen von dem Zwischenfall vor der Hip-Hop-Bühne zog die Polizei für die Veranstaltung eine überwiegend positive Bilanz.

Zu Auseinandersetzungen zwischen ca. 500 anreisenden Festival-Fans war es allerdings am Samstagvormittag im Bahnhof Remagen gekommen. In zwei Regionalzügen wurden Flaschen gegen Personen geworfen und der Zug beschädigt. Mehrere Menschen wurden dabei verletzt.

Der Bahnhof in Remagen musste für den Zugverkehr von 11.30 bis 12.00 Uhr aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden. Ein Regionalzug musste von einer Einsatzgruppe der Bundespolizei bis Bonn begleitet werden.