Tatort Haydnstraße: Bonn wird zu Münster

Dreharbeiten zu "Der Fluch der Mumie" mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl

Bonn. Unsere Nachbarn haben eine Leiche im Keller. Eine Jahrtausende alte Mumie. Wir haben es gewusst. Seit Tagen stehen die Halteverbotsschilder auf Haydnstraße und Richard-Wagner-Straße. Außerdem lagen Zettel in den Briefkästen: Die Colonia Media GmbH produziert zurzeit den Münster- Tatort "Der Fluch der Mumie". Am Mittwoch wird unser Hauseingang dann tatsächlich durch Jan Josef Liefers und Axel Prahl geadelt, die hier immer wieder auf ihren Einsatz warten.

Bonn spielt Münster, das Musikerviertel wird für einen Tag eingemeindet. Westfälische Zurückhaltung ist den Rheinländern allerdings fremd, und so steht die halbe Nachbarschaft unten auf der Straße. Schließlich sind alle da: Kommissar Thiel, Rechtsmediziner Professor Boerne und Kollegin "Alberich".

Das alte Taxi, das gleich zu Drehbeginn unten auf der Straße wartet, deutet darauf hin, dass auch Thiels Vater, der Alt-68er Herbert, wieder in den Fall verwickelt ist. Laut ARD hat er die Mumie nämlich beim Entrümpeln einer alten Villa entdeckt. Schauspieler Claus D. Clausnitzer muss in der Szene vor dem Haus vor allem Schutt schippen und einen zungenbrecherischen Satz sagen. Wieder und wieder, gefilmt aus den verschiedensten Richtungen.

Mindestens 30 Leute sind auf der Haydnstraße unterwegs, bauen Schienen für die Kamera auf, wischen Regentropfen von Boernes Porsche, hantieren mit Puderquasten und Scheinwerfern. Probehalber laufen die Schauspieler auf die Haustür von Nummer 49 zu. Es ist eine kurze Szene, aber es dauert fast zwei Stunden, bis sie im Kasten ist. Auf der Wohnzimmercouch ist der Tatort wesentlich spannender als vor dem Wohnzimmerfenster.

Immer wieder wird die Straße gesperrt, nur der Müllwagen darf noch schnell durch. Auch die Radfahrer müssen absteigen, die Einzige, die auf Kommando durchs Bild fährt, ist eine Statistin. Da mag der eine oder andere überlegt haben, ob es vielleicht für einen Gastauftritt im Tatort reicht, einfach mal mit der Brötchentüte vorbeizuschlendern. Keine Chance. Die Crew passt auf wie ein Luchs, ob sich jemand ins Bild mogelt.

"Alles auf Anfang, wir drehen!" "Ton ab." "Ton läuft." "94 eins, die erste." Klappe. "Und bitte." Filmemachen ist tatsächlich wie im Film. Auf das Ergebnis müssen die Bonner allerdings noch etwas warten. Der 17. Tatort aus Münster, der am 22. Juli fertig gedreht ist, soll laut Sender 2010 zu sehen sein.

Zurück zum Tatort Musikerviertel: Zwei Nachbarn werden ihr Auto gesucht haben. Abgeschleppt aus der Verbotszone. Das ist der wahre Fluch der Mumie.