Ärger über Laubbläser

Stadt Bonn will trotz Beschwerden auf Geräte nicht verzichten

Gleich mehrere Mitarbeiter des städtischen Amtes für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung sind an der Justus-von Liebig-Straße mit der Entsorgung der welken Blätter beschäftigt und machen mit ihren Laubbläsern ganz schön viel Lärm.

BONN. 3200 Tonnen Laub sind kein Pappenstiel. So viel fällt jedes Jahr im Herbst dem städtischen Amt für Stadtgrün zufolge in Bonn an. Seit gut 20 Jahren entsorgen Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün und der Stadtreinigung die welken Blätter auf den öffentlichen Grünanlagen mit einer Gesamtfläche von 764 Hektar und den Straßen überwiegend mit Laubsaugern und -bläsern. Das spart Personal, macht aber auch viel Lärm.

Und darüber regen sich die Bürger zunehmend auf. Zumal auch immer mehr private Hausbesitzer zu diesen Geräten greifen. Schließlich sind auch sie dazu verpflichtet, im Herbst die Gehwege vor ihrem Grundstück sauberzulhalten.

Dabei dürfen sie die Blätter aber auf keinen Fall mit den Laubbläsern in die Straßenrinnen oder Abwasserkanäle verfrachten, sondern sollen sie kompostieren, über die Bio-Tonne entsorgen oder zu den Grüncontainern bringen.

Auch Umweltschützern sind die mechanischen Laubentsorger schon lange ein Dorn im Auge. Denn mit dem Laub verschwinden in den Säcken auch die für das ökologische Gleichgewicht so wichtigen Kleinstlebewesen wie Würmer oder Käfer.

Ein anderes Problem: Durch die Laubbläser werden immer wieder kleine Steine hochgewirbelt, die den Lack der am Straßenrand geparkten Fahrzeuge beschädigen können. Sollte jemand nachweislich dadurch einen Schaden erleiden, kann er sich zur Schadensregulierung umgehend an die Stadt wenden, rät das Presseamt.

Auf den Einsatz der Geräte ganz verzichten, wie andere Kommunen, etwa Starnberg, will die Stadt Bonn indes nicht. "Wenn wir die Nutzung komplett einstellen würden, müssten entweder mehr Leute eingestellt werden oder die Rechtslage müsste sich ändern. Dann können wir auch das Laub zum Beispiel auf Wegen liegenlassen", sagte Elke Palm.

Beides kommt wohl nicht in Frage: Denn zum einen muss die Stadt sparen und Personal abbauen. Zum anderen stellt nasses Laub auf den Straßen und Gehwegen eine Unfallgefahr dar. Immerhin: Auf den Friedhöfen hat die Stadt laut Palm die Nutzung der umstrittenen Geräte inzwischen aber stark eingeschränkt.

Allein 107 Laubsauger und -bläser besitzt das Amt für Stadtgrün. Wie viele zusätzlich bei der Stadtreinigung zum Einsatz kommen, war am Donnerstag nicht zu erfahren. Dort sind die Bediensteten nicht nur mit den Handsaugern unterwegs, sondern auch mit eigens für die schnelle Laubentsorgung umgerüsteten Fahrzeugen.

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