Bundesamt für magische Wesen

Spezialisten für Vampire und Elfen

Vier Mitarbeiter des Bundesamts für magische Wesen: Die Fantasy-Autoren Paul M. Hermann, Thabita Waters, Hagen Ulrich (die Namen sind ihre Pseudonyme) und Diandra Linnemann.

BONN. BfN, BSI oder auch BaFin - alles Abkürzungen für Bundesämter, die den Bonnern bestens bekannt sind, weil unter anderem das Bundesamt für Naturschutz (BfN), das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ihren Dienstsitz in der Bundesstadt haben. Die Abkürzung BAfmW dürfte nur den wenigsten Bonnern ein Begriff sein - und das obwohl sie für eines der "innovativsten" Bundesämter steht: dam Bundesamt für magische Wesen (BAfmW).

Klingt nicht nur skurril, ist es auch: Das BAfmW hat nach eigenen Angaben mehr als 52 Mitarbeiter, die sich in 16 Einzelreferaten magischen, mythischen und fantastischen Wesen widmen. "Der nette Vampir von nebenan, der Kobold in der Politik, der Bielefeld-Mythos, aber auch Unerklärliches, das fällt in die Zuständigkeit des Amtes", erklärt das Amt auf seiner Internetseite.

Das Bundesamt sei sehr alt, es existiere schon immer - erste Funde wie die Himmelsscheibe von Nebra deuteten auf frühe Mitarbeiter hin. Der Amtssitz sei "vermutlich schon immer und überall in Bonn" - man vermutet, dass er im Windeckbunker zu finden ist. Bisher hat das Amt im Verborgenen gearbeitet - jetzt aber gingen vier BAfmW-Mitarbeiter im Restaurant Speisesaal in der Bundeskunsthalle erstmals an die Öffentlichkeit.

Es präsentierten sich Paul M. Hermann, Hagen Ulrich, Thabita Waters (alle drei Namen sind Pseudonyme) und Diandra Linnemann. Sie sind allesamt Fantasy-Autoren, die sich im Bundesamt für magische Wesen organisieren. Das BAfmW ist also mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Im allgemeinen Sprachgebrauch würde man ganz unspektakulär von einer Autorenvereinigung sprechen.

Die 16 Referate unterteilen sich beispielsweise in die Bereiche "Außerirdische", "Unsichtbarkeit" oder auch "Zombies" - es sind die Fachgebiete der jeweiligen Autoren. Die Idee für die Vereinigung hatte der Bonner Hagen Ulrich, dessen Roman-Hauptfigur ein schwuler Vampir ist. "Ich habe einfach auf Facebook mal gefragt, ob Interesse an so einer Vereinigung besteht und habe mich überraschen lassen", erklärte Ulrich.

Die Facebook-Seite und seine Idee gewannen rasend schnell an Zuspruch, eine Website musste her, die seit dem 4. Oktober online ist. Was sich seitdem auf der Website getan hat, lässt sich sehen - vor allem ist die Illusion des BAfmW nahezu perfekt. Außerdem schließen sich fast täglich neue Autoren an.

Fantasy habe eine große Fangemeinde, berichteten übereinstimmend die Autoren. "Vampire sind heute Sympathieträger, das waren sie früher nicht", sagte Thabita Waters. "Es ist eine Faszination. Während ich schreibe, kann ich meinen Figuren Fähigkeiten geben, die sonst keiner hat", erklärte Paul M. Hermann seine Leidenschaft für das Verfassen von Fantasy-Romanen. Was BAfmW-Gründer Ulrich besonders freut: "Wir haben zwar viele Autoren, die sich Vampiren widmen, aber ein einheitliches Vampir-Bild gibt es nicht. Jeder Autor hat seine eigenen Vorstellungen von einem Vampir."

Die Autoren

Im "Bundesamt für magische Wesen", einer Autorenvereinigung von deutschsprachigen Fantasy-Autoren, haben sich Schriftsteller aus dem gesamten Bundesgebiet organisiert. Mitglieder stammen aber auch aus Frankreich und dem italienischen Meran. Es wird weiterhin nach Mitgliedern gesucht, die eigene Texte im Fantasybereich publizieren. Informationen dazu sowie auch zu den einzelnen Veröffentlichungen der Autoren sind unter www.bundesamt-magische-wesen.de zu finden.