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Lotte Lemke
Sozialverband legte Kranz für Mitbegründerin nieder
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BONN. Auf dem Poppelsdorfer Friedhof hat sich Montag am Grab von Lotte Lemke, einer Mitgründerin der Arbeiterwohlfahrt, ein Kreis aus Freunden, Kollegen und ehemaligen Vorstandsmitgliedern des Verbandes versammelt. Aus Berlin waren Vorstandsvorsitzender Wolfgang Stadler und der Präsident der Arbeiterwohlfahrt, Wilhelm Schmidt, angereist, um an den 110. Geburtstag Lotte Lemkes und an ihr Lebenswerk zu erinnern.
"Lotte Lemke baute nach dem Krieg die von den Nationalsozialisten zerschlagene Arbeiterwohlfahrt wieder auf. Dabei musste sie bei null anfangen", sagte Wolfgang Stadler. Heute arbeiten in Deutschland 180.000 Menschen in den Kindergärten, Pflegeheimen, Beratungsstellen und sozialen Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt.
Bereits 1929 konnte die Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, Marie Jucasz, Lotte Lemke als stellvertretende Geschäftsführerin gewinnen. Ein Jahr später war sie Geschäftsführerin des damals hauptsächlich ehrenamtlich arbeitenden Verbands.
Nach der Machtergreifung Hitlers lösten die Nazis die Arbeiterwohlfahrt auf und gründeten stattdessen die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt. Lemke verlor ihren Arbeitsplatz und engagierte sich bis 1936 mit Kurierfahrten für sozialdemokratische Gruppen im anti-nationalsozialistischen Widerstand. Nach Kriegsende begann Lotte Lemke mit vielen Helfern, die Arbeiterwohlfahrt wieder aufzubauen. Sie organisierte, leitete und institutionalisierte den Wohlfahrtsverband.
"In ihrer Arbeitsweise war sie sehr diszipliniert und erwartete das auch von ihren Mitarbeitern", erzählte Doris Wagner, frühere stellvertretende Bundesvorsitzende der Awo und Kollegin Lemkes. Wagner betonte, dass Lemke in all ihren Bestrebungen stets das Wohl der Menschen fokussierte, und erinnerte an Lemkes Ausspruch: "Vergesst hinter euren Aufgaben niemals den einzelnen Menschen." Stadler: "Diesen Leitsatz wollen wir uns mit diesem Gedenktag ins Gedächtnis rufen. Mittlerweile besteht die Gefahr, dass eine Organisation mit 180 000 Mitarbeitern sich zu viel um sich selbst kümmert. Es muss wieder um den Menschen gehen."
Artikel vom 29.01.2013
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