Silvesterball des Bonner Turnvereins voller Erfolg

BAD GODESBERG. Familie Damaschek organisiert den Silvesterball des Bonner Turnvereins. 400 Gäste feiern bis zum Morgen.

Jetzt wird's ernst. In Trauben strömen die Gäste des Silvesterballs des Bonner Turnvereins 1860 an diesem nasskalten Abend in die Stadthalle: in Ballkleidern, Pettycoats oder dem glitzernden kleinen Schwarzen die Damen. Lächelnd begrüßen Sylvia und Alfred Damaschek die Sportsfreunde. Dabei hat die gesamte Familie tagelangen Vorbereitungsstress in den Knochen.

"Heute Nachmittag haben wir noch 80 Riesenluftballons aufgepumpt", zeigt Sylvia Damaschek auf vom Zusammenknoten schwielige Finger. Doch kein Grund zum Klagen: Jetzt zieht sie in atemberaubender Robe organisatorisch die Fäden, zum dritten Mal in eigener Regie. "Vorher bei den Bällen war ich Rosenmädchen. Dann hat der Verein mich gefragt, ob ich Toni Kleins Erbe antreten will."

Die Wachtbergerin wollte. Ehrenamt für den Verein sei ihr eine Ehre. Denn der Erlös fließe ja nur in die sportliche Nachwuchsarbeit. Rund 400 Ballkarten gingen dieses Jahr weg. "Gerade richtig für die Tanzfläche in der großen Halle", meint die "Chefin".

Familienmitglieder helfen mit

Vorne an der Kasse stehen Sohn Matthias und Schwiegersohn Ralf Schlei. Die Töchter Yvonne und Vicky, obwohl in schicken Tanzkleidern, packen in der Garderobe kräftig mit an. Gleich werden sie die Losvergabe des Abends angehen.

Die Söhne Thomas und Tobias stehen für "Feuerwehreinsätze" im Hintergrund. "An so einem Abend muss ich mich schon auf die ganze Familie verlassen können", sagt Sylvia Damaschek und zupft noch einmal an den großen weißrosa Blumenbouquets auf den Tischen. Von der Bühnen- und Tischdekoration bis zum Diskoflair im Kleinen Saal ist alles selbst arrangiert.

 "Und zum Ballende bekommt eine Dame am Tisch das Blumenbouquet überreicht", hat sich Damaschek ausgedacht. Ob auch alles im Kleinen Saal vorbereitet ist, wo gleich DJ Oliver einheizen will? "Oliver hat alle Hits für Sie bereit, von Jopi Heesters, Gott hab ihn selig, bis Shakira", beginnen Beatrice und Michael Stodollik gerade gut gelaunt ihre Moderation des Abends.

Das Paar des befreundeten Tanzsportvereins TSC Blau-Gold Rondo Bonn gehört seit Jahren mit zum Team. Aus Koblenz, Lahnstein, Hennef und Brühl sind zu diesem Ball ebenfalls Tanzsportfreunde angereist.

Tanz ins neue Jahr

 "Man kennt sich. Wir sind wie eine große Familie", erzählen Rosemarie und Horst Buss, die sich beide schon auf viele langsame Walzer freuen. Wenn man bedenke, dass dieser nun weit über 30-jährige Turnerball einst in einer Mensa begonnen habe, erzählen Marlene und Udo Boden, die eher auf fetzige Cha-Cha-Chas stehen. Das Tanzorchester Andy Simon hat gerade die Geigen für einen schmelzenden Wiener Walzer angesetzt.

Da zieht es auch die Bodens auf die Tanzfläche. "Die haben alle zehn klassische Tänze drauf. Und dazu noch eine Menge Partyschritte", fachsimpeln Ute und Egon Zange, die TSC-Trainer. Und mit Kondition seien auch die Älteren gut ausgerüstet. "Sie werden sehen, die tanzen bis zwei Uhr morgens durch", sagt Egon Zange, der seine Laufbahn vor 60 Jahren als Turner begann. Nachher wird er mit seiner Frau als Solist mit einem Strauß Standardtänzen aufwarten.

Derweil bespricht Sylvia Damaschek noch letzten Details mit der Tanzschule Wertenbruch. Die junge Formation wird gleich eine spritzige lateinamerikanische Show aufs Parkett legen. Auch die irischen Step-Tänzer Bonn Roses haben sich noch angesagt. "Wird schon alles klappen", meint Damaschek und schickt dann noch ein lachendes "Das schüttelt eine Hausfrau doch aus dem Ärmel" hinterher.