Sicherheitszaun am Haus Carstanjen gibt Rästel auf

Ein Ausbund an Schönheit ist er nicht gerade, der mehr als mannshohe Zaun, der zur Zeit um das Haus Carstanjen gezogen wird. Welche Folgen die Metalleinfassung für den Park hat, lassen UN und Auswärtiges Amt offen.

Plittersdorf. Ein Ausbund an Schönheit ist er nicht gerade, der mehr als mannshohe Zaun, der zur Zeit um das Haus Carstanjen gezogen wird. Der wunderschöne Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (United Nations/UN) werde verschandelt, ärgert sich ein GA-Leser. Auch eine Mitarbeiterin der UN bekennt im Gespräch, dass sie persönlich auf den Zaun gut verzichten könnte.

Das "UN Department of Security and Safety", also die Sicherheitsabteilung, war da anderer Ansicht. "Der Zaun wird auf ausdrücklichen Wunsch der UN errichtet", sagt eine Sprecherin des zuständigen Auswärtigen Amts auf Anfrage. Es ist eine von mehreren Sicherheitsmaßnahmen, die für alle UN-Einrichtungen auf der Welt gilt. Hintergrund sind Anschläge wie das Attentat auf UN-Büros in Algier im Dezember 2007.

Schon davor haben die UN ihre Einrichtungen in Bonn mit Zäunen geschützt. Im Frühjahr 2006 berichtete der General-Anzeiger vom Bau eines 2,50 Meter hohen Sicherheitszauns am Langen Eugen. Der wurde in einer zweiten Phase um das ehemalige Bundeshaus und den angrenzenden Südflügel herum erweitert.

Nicht beantwortet werden kann die Frage, ob Bürger in Zukunft weiter wie bisher die Parkanlage am Haus Carstanjen nutzen dürfen. Zwar sind die Mitarbeiter der UN ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, verweisen aber bei Fragen zum Zaun auf das Auswärtige Amt, genau genommen das Referat VN09, zuständig für den UN-Campus. "Die sind Eigentümer und Bauherr."

Auch dort ist man freundlich und kooperativ. Allerdings sehen die hausinternen Bestimmungen vor, dass Presseanfragen vom Pressereferat bearbeitet werden. Ausnahmen: keine. Die nicht unbedingt brisanten Fragen "Warum wird der Zaun gebaut" und "Können Bürger auch in Zukunft die Parkanlage nutzen" werden über den UN-Campus in Plittersdorf zum Werderschen Markt in Berlin weitergeleitet und wandern von dort zurück ins Rheinland, genau genommen in die Bonner Adenauerallee, dem Sitz des zuständigen Referats VN09.

"Fragen sie die UN", heißt es im Auswärtigen Amt zur Frage, ob der Park öffentlich bleibt. "Das weiß das Auswärtige Amt", teilen wiederum die Vereinten Nationen mit. Ratlos ist man auch im städtischen Pressseamt. Dort haben die Mitarbeiter immerhin eine schlüssige Erklärung: Die Stadt ist definitiv nicht zuständig.

Im Raum steht auch die Frage, was mit dem Haus Carstanjen passiert, wenn das Klimasekretariat der UN wie geplant im kommenden Jahr an den Langen Eugen zieht. "Wir wohnen nur im Haus und entscheiden nicht, was passiert, wenn wir wieder ausziehen", sagt dazu eine Sprecherin der UN im Gespräch mit dem GA.