Bonner Landgericht

Sechs Jahre Haft nach Attacke mit Brieföffner

Zur Berechnung eines angemessenen Wohngeldes müssen Gemeinden ein schlüssiges Konzept zur Festlegung des Mietzins haben. Das hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschieden.

Symbolbild.

Bonn. Weil er den neuen Freund seiner Ex-Frau mit einem Brieföffner attackiert haben soll, verurteilte das Bonner Landgericht einen 45-jährigen Familienvater jetzt zu sechs Jahren Haft.

Aus nichtigem Anlass werde er aggressiv und lege hemmungslos los, kommentierte Richter Josef Janßen das Wesen des Angeklagten: Vor dem Bonner Landgericht verurteilte die Schwurgerichtskammer den 45-jährigen Familienvater nun zu sechs Jahren Haft, weil er am 4. Dezember vergangenen Jahres den neuen Freund seiner Ex-Frau in dessen Fahrzeug mit einem Brieföffner attackiert und den 48-jährigen Gastronomen mit insgesamt zehn Stichen und Schnittwunden am Hals verletzt hatte.

45-Jähriger stach zehn Mal zu

Der Auslöser der Tat war ein Streit zwischen der ehemaligen Frau des Verurteilten und dem bei ihr lebenden gemeinsamen 16-jährigen Sohn: Der lehnte nämlich den neuen Freund, mit dem seine Mutter erst seit Kurzem liiert war, ab. Als seine Mutter ihm eröffnete, dass der neue Partner abends vorbeikommen werde, eskalierte die Situation derart, dass die Frau beschloss, den neuen Partner, aber auch die Polizei zu alarmieren. Weil der Sohn gleichzeitig seinen, nur ein paar hundert Meter entfernt wohnenden Vater herbeirief, kam es zu einem verhängnisvollen Treffen. Während die Beamten hoch in die Wohnung der Frau gingen, wartete der Familienvater vor der Tür. Als dann der neue Freund mit seinem Wagen eintraf, sprintete er zu ihm hinüber, riss die Fahrertür auf und stach mit einem Brieföffner zu. Erst nach zehn Stichen konnte der Attackierte den Angreifer abwehren und gegen die Fahrertür zurückdrücken, kassierte aber selbst dann noch eine Kopfnuss.

Verurteilter ist einschlägig vorbestraft

Die Aussage des Angeklagten, das Opfer habe ihn grundlos beleidigt und angegriffen, worauf er sich habe wehren müssen, wertete die Kammer als Schutzbehauptung. Die Auswertung einer Videosequenz, die die Überwachungskamera einer gegenüberliegenden Tankstelle aufgezeichnet hatte, ließ diese Darstellung auch unrealistisch erscheinen. Dennoch hatten die Beamten den 45-Jährigen zunächst nicht verhaftet, weil seine Aussage nicht unglaubwürdig wirkte und er sich sehr kooperativ gezeigt hatte. Der gut aussehende, aus Afghanistan stammende IT-Kaufmann erschien auch der Kammer in vielerlei Hinsicht als ein Musterbeispiel an Integration, wenn der Familienvater nicht immer wieder durch seine Aggressivität auffällig geworden wäre. In Haft war er zwar noch nie, einschlägig vorbestraft hingegen schon. Darüber soll auch die Ehe zerbrochen sein: 2016 trennte sich das Paar, das neben dem erwähnten Sohn noch eine 17-jährige Tochter und einen weiteren 15-jährigen Sohn hat, nach 16 Ehejahren.