Kommentar

Schlechte Aussichten

BONN.  Die Bonner Bäder sorgen in jüngster Zeit oft für Negativschlagzeilen. Jetzt kommt eine weitere hinzu. Dass es nicht einmal mehr gelingt, innerhalb von vier Jahren ein Kinderbecken im Römerbad neu zu bauen, ist eigentlich schon eine Bankrotterklärung für sich. Sie passt aber irgendwie in die Serie von Pleiten, Pech und Pannen, die derzeit das Bild der Stadt Bonn ausmachen.

Aber wer hat Schuld, dass selbst so etwas nicht funktioniert? Da ist die Ratsmehrheit, die zwei Jahre lang alle Gelder stoppte, um ein Gutachten erstellen zu lassen, dessen Ratschläge nicht umgesetzt werden. Stattdessen gibt es eine Bürgerbeteiligung, was nicht gerade von Entscheidungsfreude und klaren Vorstellungen zeugt.

Aber da ist auch die Stadtverwaltung, die ihre Pläne für das Kinderbecken nicht zügig zu Ende brachte, sondern sie in einem Aktenschrank ablegte. Und sie erst herausholte, als das Geld floss. Dabei hätten die Vorarbeiten längst fertig sein müssen.

Keine der beiden Seiten hat also Grund, mit dem Finger aufeinander zu zeigen. Für die Bürger ist das Ganze nur noch peinlich. Es zeigt, dass die Zusammenarbeit von Rat und Verwaltung lediglich Kreisklassen-Niveau hat.

Für die Zukunft kann einem angst und bange werden. Denn wie will es der Stadt gelingen, ihre verbleibenden Bäder für Millionen zu sanieren, wenn sie es noch nicht einmal schafft, innerhalb von vier Jahren ein simples Kinderbecken zu bauen?

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