Schaden an der Moby Dick ist enorm

Im Bauch des Wals bietet sich nach dem Zusammenstoß ein Bild der Verwüstung - Unfallschiff hatte 20 000 Tonnen Heizöl geladen

Bonn. Das ganze Ausmaß der Zerstörung am Ausflugsschiff Moby Dick war Freitagnachmittag auf der Werft in Oberwinter zu sehen. "Der Schaden ist enorm, auch arbeitsmäßig", sagte Uta Schmitz aus der Eigentümerfamilie. Bei einem "Auffahrunfall" war die Moby Dick am Donnerstagmorgen gegen den Steiger gedrückt worden ( der GA berichtete).

Ursache war nach Auskunft der Bonner Wasserschutzpolizei der Bedienungsfehler eines holländischen Schiffsführers. Er war mit seinem Güterschiff flussaufwärts unterwegs, als er gegen die Rudereinrichtung stieß.

Das Frachtschiff rammte die am Ufer vertäute Moby Dick. "Wenn sich 3 000 Tonnen in die falsche Richtung bewegen, sind sie nicht so leicht zu stoppen", so die Beamten. Es hätte noch schlimmer kommen können: Das Unfallschiff hatte laut Polizei 2 000 Tonnen Heizöl geladen.

Die Moby Dick wurde Freitagmorgen flussaufwärts geschleppt. In Oberwinter liegt der Wal nun auf dem Trockenen. Sachverständige nehmen das Schiff in der kommenden Woche unter die Lupe. "Es muss wohl bis zum Frühjahr auf der Werft bleiben", sagte Uta Schmitz. Geschäftsführer Stefan Hombach fand Küche und Fahrgastraum verwüstet vor, als er die Moby Dick nach dem Unfall betrat.

"Selbst Sachen, die fest montiert waren, hatten sich gelöst. Das Schiff muss fast auf der Seite gelegen haben", vermutet er. Klar, dass kaum eine Kaffeetasse ganz blieb. Die Bonner Personenschifffahrt hat ihre Kunden bereits angerufen und die Touren der Moby Dick auf andere Schiffe umgebucht. So steigt der Nikolaus am 6. Dezember auf die Poseidon.