Regionalwettbewerb "Jugend forscht"

Schüler aus Bonn und Troisdorf gehören zu Siegern

BONN. Nano-Partikel wie Wassermoleküle sind sehr schwer sichtbar zu machen. Noch schwieriger ist es, ihr Verhalten in einer unüberschaubar großen Menge darzustellen. Das geht am besten über "Vielteilchen-Simulationen".

Diesem komplexen Thema hatte sich Adrian Lenkeit vom Städtischen Sankt-Michael-Gymnasium in Bad Münstereifel gewidmet. "Die Nano-Welt wird immer wichtiger momentan", sagte der 14-Jährige nach der Preisverleihung des 49. "Jugend forscht"-Regionalwettbewerbs, bei dem auch Bonner Schüler erfolgreich waren.

Mit seiner Simulation mittels einer Grafikkarte überzeugte er die Jury: Adrian erhielt den ersten Preis im Bereich Mathematik. Mit seiner Idee war er eigentlich für "Schüler experimentieren" angetreten, dem Wettbewerb für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre. Er erhielt aber für dieses Forschungsgebiet von der Jury ein "Upgrade" für "Jugend forscht".

Dieser Regionalwettbewerb wurde zum dritten Mal in der Aula der Bonner Universität ausgerichtet. Vormittags stellten die Jugendlichen ihre Projekte einer Jury vor, nachmittags der Öffentlichkeit.

Sie zeigten eine große Bandbreite - von einer Umfrage zur perfekten Schule über eine alternative Ampelschaltung an einer Straße in Rösrath und der Frage, ob Sandelholz Frauen "anmacht", bis zum "SmartBot", einem dreirädrigen Roboter mit Live-Kamera und GPS, der über ein Smartphone gelenkt wird.

Dafür erhielten Matthias Bernard und Sebastian Knopp (beide 19) vom Heinrich Hertz Europakolleg in Bonn und dem Collegium Josephinum Bonn den ersten Preis im Bereich Technik. Sehr technisch war auch das Projekt von Dimitar Dimotrov, einem der rund 20 Teilnehmer vom Galabov Gymnasium in Sofia, Bulgarien.

Er hatte eine "virtuelle Lernwelt'" geschaffen: Über eine elektronische Brille machte er dreidimensionale Räume sichtbar, in denen man unter anderem die DNA-Replikation und geometrische Formen darstellen kann. Dafür erhielt er den zweiten Platz im Bereich "Arbeitswelt" - einen ersten Platz gab es nicht. "Ich suchte einen interaktiven Weg für das Lernen", so der 19-Jährige.

Silphie ist eine in Nordamerika verbreitete Pflanze, die hier weitgehend unbekannt ist. Man könne sie zur Biogaserzeugung nutzen, sagte Ramona Pick (18), die diese bis zu drei Meter hoch wachsende Energiepflanze mit Laura Eschweiler und Rolf Hartmann (beide 17) erforscht hat. Sie brauche wenig Nährstoffe, wachse bis zu 15 Jahre lang nach der Ernte nach und sei deutlich effektiver als etwa Mais. Die drei Schüler vom Bad Münstereifeler Sankt-Michael-Gymnasium erhielten den Biologie-Preis für "Jugend forscht".

In der Kategorie "Schüler experimentieren" gewannen Katja Stellmacher und Anja Frentzen (beide 11) vom Städtischen Gymnasium Zum Altenforst in Troisdorf: Sie hatten ein einfaches System zur Messung des Verschmutzungsgrades des Rotter Sees entwickelt: Sie klemmten Objektträger an Flaschenkorken, die als Schwimmkörper fungierten, verbanden sie mit einem Seil und legten diese Kette in den Sommerferien im See aus.

Auf den Trägern setzten sich Mikroorganismen ab, die sie unter dem Mikroskop analysieren konnten. Außerdem untersuchten sie in einem Aquarium, welche Wirkung eine Nährlösung auf das Seewasser hat. Erkenntnis: Wenn sich im See zu viele Mikroorganismen bilden, kippt der See um, dann bilden sich Algen.

Es wurden auch Sonderpreise vergeben. Es sei eine "wunderbare Versammlung von Ideen", lobte Uni-Rektor Jürgen Fohrmann. Bürgermeisterin Angelika Kappel freute sich, dass der Mädchenanteil inzwischen die Hälfte ausmache. Sven Baszio, Geschäftsführer der Stiftung "Jugend forscht", kündigte an, die Zahl der Schüler-Forschungs-Zentren in Deutschland zu vergrößern.