SPD-Mann fordert Mut zum Abriss des Stadthauses

Schilling: Stadthaus ist kein Glanzstück

Bonn. "Mitdenken statt blockieren", fordert der SPD-Wirtschaftssprecher Martin Schilling in Sachen Stadthaus von seinen Kollegen im Stadtrat. Wie berichtet hatten sich die Vertreter anderer Fraktionen skeptisch über die SPD-Idee geäußert, das Stadthaus abzureißen und mit der Stadtverwaltung ins Bundesviertel zu ziehen.

Schilling fordert auch mehr Mut von den Kollegen: "Gerade wurde auf dem Kongressforum der Mut der Bonner Unternehmer gefeiert, sich auch in schwierigen Zeiten zu engagieren; wieso gilt dies nicht auch bei anderen Themen?", fragt er.

Schilling gibt zu, dass die Idee der Sozialdemokraten unkonventionell sei. Das Stadthaus sei kein Glanzstück, der Sanierungsstau erheblich, die Arbeitsbedingungen alles andere als optimal, das Erscheinungsbild "gräulich", die Energieeffizienz problematisch - dies sind Aussagen, die die SPD erreicht hätten. "Jetzt muss man alle Ideen durchspielen und sehen, was konsensfähig und finanzierbar ist. Da darf es keine Tabus in der Diskussion geben", so Schilling.

Klar sei natürlich, dass nur gemacht werde, was wirtschaftlich sinnvoll und finanziell vorteilhaft sei, ergänzte er. Es sei aber zunächst politisch zu klären, ob man sich eine Stadthaus-Verlagerung vorstellen könne oder nicht. Schilling: "Je nach Antwort erübrigen sich dann alle weiteren Schritte."

Die SPD erwarte keine Entscheidung in den nächsten Monaten, aber sie gehe davon aus, dass das Thema Stadthaus in den nächsten fünf Jahren so oder so zum Handeln zwinge, sagte der Wirtschaftssprecher.