Rumänisches Generalkonsulat soll in Bonn bleiben

Die Botschaft, direkt am Rhein gelegen, war eine der größten, die Rumänien im Ausland gebaut hat.

BONN. Das 1984 als Botschaft erbaute Gebäude am Rheinufer wird seit dem Wegzug der Diplomaten auch für kulturelle Projekte genutzt

Schön ist sie nicht wirklich, die ehemalige Rumänische Botschaft am Legionsweg in Graurheindorf. "Architekturästhetik des Warschauer Pakts", "Eigenheimtraum eines jeden Kosmonauten", "Pop-Art des Conducators" - so wird das Gebäude im Internet mit Blick auf den Bauherrn von 1984, den damaligen selbst ernannten rumänischen "Conducator", also Führer, Nicolae Ceausescu, geschmäht.

Die Anlage sei zu der Zeit eine der größten Botschaften gewesen, die Rumänien im Ausland baute, berichtet der heutige Hausherr, Generalkonsul Vlad Vasiliu. Der mehrstöckige Komplex steht zwischen dem Studentenwohnheim Römerlager und dem Augustinum. Bukarest habe seine diplomatische Vertretung zuvor am Kölner Rheinufer gehabt und sei dann direkt in die damalige Bundeshauptstadt gezogen.

Im Jahr 2000 hätten die rumänischen Diplomaten die Koffer gepackt und seien in die neue Botschaft in Berlin gewechselt. "Seither sind wir hier im Generalkonsulat für die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zuständig", erklärt Vasiliu, ein 46-jähriger Facharzt, der 1998 in den auswärtigen Dienst ging.

Vasiliu war vier Jahre Generalkonsul in München, dem dritten deutschen Standort Rumäniens, danach Botschaftssekretär und Pressesprecher der Rumänischen Botschaft in Wien und schließlich Direktor für Konsularangelegenheiten im Bukarester Außenministerium. "Doch ich finde Bonn sogar schöner als München, eine liebenswürdige Stadt mit viel Flair", sagt der Mann, der aus der Großstadt Bukarest stammt. Mit seiner Frau wohne er gerne hier. "Bonn hat eine sehr gute Lebensqualität, das hat auch viel mit der Lebensart des Rheinländers zu tun."

Mit drei weiteren Konsuln, einem Polizei- und einem Wirtschaftsattaché, biete er an diesem Standort sämtliche konsularischen Dienste des Karpatenstaats, übrigens auch für eine ganze Reihe von Menschen aus den Grenzregionen der Beneluxländer. "Bei uns können auch Paare, bei denen mindestens ein Partner Rumäne ist, standesamtlich heiraten", sagt Vasiliu. Schmerzlich vermisse er jedoch noch einen Beauftragten für kulturelle Belange, fügt der Generalkonsul hinzu.

"Wir haben die idealen Räumlichkeiten und die Ausstattung für weitere kulturelle Events, die mehr Leben in unser Konsulat bringen könnten", ist er sicher. Die Berliner Botschaft unterstütze seine Initiative, noch einen Kulturattaché in Bonn zu installieren, der die Fäden zu den internationalen Organisationen vor Ort und den in der Stadt für Kultur Zuständigen noch weiter spannen möge.

Der Generalkonsul könnte sich durchaus noch weitere Lesungen, Ausstellungen, Konzerte und Theatervorführungen in der ehemaligen Botschaft vorstellen. "Wir haben zahlreiche Kontakte zu kulturellen Vereinen und Gruppen wie übrigens auch die Siebenbürger Sachsen in Deutschland."

Eine Ankurbelung kultureller Projekte wäre ein Mehrwert nicht nur für das Konsulat, sondern auch für die Stadt. Nur leider sehe die finanzielle Situation in Bukarest derzeit nicht danach aus, dass er seinen Kulturattaché so bald bekomme, räumt Vasiliu ein. Und wie lange wird das Generalkonsulat noch in Bonn bleiben? "Wir beabsichtigen nicht, auf diesen Standort zu verzichten und die Liegenschaft zu verkaufen. Wir bleiben hier", betont Vlad Vasiliu sofort.