Restauriertes Brückenweibchen an der Beueler Schutzmauer

Die konservierte Statue wird in die Hochwasserschutzmauer integriert

Beuel. "De Welt es e Laake, dat selvs de Beueler net wäsche könne." Allein daran hat sich nicht viel geändert. Nur der Standort der berühmten Waschfrau mit dem Laake-Spruch blieb seit 1898 nicht immer der selbe.

Seit Samstag steht das geschichtsträchtige Brückenweibchen an einem neuen Platz: 50 Meter oberhalb der Kennedy-Brücke am Hans-Steger-Ufer, integriert in die neue Hochwasserschutzmauer. Um Punkt 11 Uhr Beueler Ortszeit war es soweit. Heimatmuseums-Leiter Hans Lennarz und Bezirksvorsteher Wolfgang Hürter befreiten die in die Jahre gekommene Dame von ihrer weißen Plane.

Doch siehe da: ein frisches Antlitz. Zwar genauso grimmig, aber dafür längst nicht mehr so ungepflegt und marode wie früher. Dass dies so gelungen war und das Brückenweibchen im Zuge des Hochwasserschutzes nicht allzu weit von seinem Geburtsort umziehen musste, dazu hatten viele aktiv beigetragen: die Architekten Astrid Oppenländer und Peter Kläse, Bildhauerin Sigrid Wenzel, Steinmetzmeister Michael Naundorf und nicht zuletzt das Beueler Heimatmuseum, das Initiator der Wiederaufstellung war.

Denn seit 1898 ist viel Wasser den Rhein hinunter geflossen. Einst mit seinem Pendant, dem Beueler Brückenmännchen, an den Pfeilern der Alten Rheinbrücke angebracht, nur um die Beueler an ihre Versäumnisse beim Brückenbau zu erinnern, blickt das Weibchen auf so manche Erfahrung zurück. Zwei Kriege, 1945 die Zerstörung der Brücke.

Zwischenzeitlich verschwand es sogar ganz von der Bildfläche, bis es 1949 bei den Feiern anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Alten Beueler Damenkomitees wieder auftauchte und den Weg auf einen Sockel am Rheinufer fand. Seit damals begrüßte es rechtsrheinische Ufer-Flaneure mit seinem bösen Blick und dem wurfbereiten Pantoffel. Nebst dem berühmten Laake-Spruch, der auch aus dem Jahr des Jubiläums stammt.

Doch die Zeiten nahmen das Brückenweibchen zusehends mit. Altersschwäche, Wind und Wasser - höchste Zeit also zur Wiederaufstellung 2006, das Weibchen einem Face-Lifting und einer Brust-OP zu unterziehen. Das nahm Steinmetz Michael Naundorf in die Hand, der die Waschfrau zusätzlich noch imprägnierte: "Ein Konservierungsverfahren, das den Stein fester macht" wie Steinmetz Wolfgang Naundorf in Vertretung seines Sohnes erklärte.

Und auch wenn sie selbst es nicht sehen kann - ein Blumenbeet rankt unter dem Brückenweibchen, dazu zwei neu angebrachte Bronzetafeln mit dem Laake-Spruch und einigen geschichtlichen Erläuterungen, entworfen von Sigrid Kunzel. Das neue alte Brückenweibchen - für Wolfgang Hürter "ein Beweis des gelungenen Zusammenspiels zwischen Politik, allen beteiligten Vereinen und dem Beueler Heimatmuseum".

Letzteres trägt einen Teil der Kosten, genauso wie die Stadt Bonn das Projekt mitfinanziert und die Volksbank Bonn-Rhein-Sieg die Arbeiten mit einer Spende unterstützt hat. Ein besonderes Lob fand Hans Lennarz für die Steinmetze Naundorf, die mit ihrer "Schönheits-OP zum Freundschaftspreis" nur einen Teil ihrer Arbeit in Rechnung gestellt hatten.

Und so grimmig, erklärte der Museumsleiter, schaue das Brückenweibchen doch eigentlich auch gar nicht drein. Jedenfalls jetzt mit frischem Teint, rheinabwärts Richtung Vergangenheit und imprägniert in eine aussichtsreiche Zukunft.