Rathauseckbebauung: Politiker fordern Fassadenmodell

Die Investoren und Architekten des Neubauprojekts neben dem Beueler Rathaus haben ihre Vorschläge für die geänderte Fassade immer noch nicht vorgestellt.

Beuel. Die Investoren und Architekten des Neubauprojekts neben dem Beueler Rathaus haben ihre Vorschläge für die geänderte Fassade immer noch nicht vorgestellt. Für die Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch, 28. September, steht aber der Beschluss für die neue Fassadengestaltung und die Außenanlagenplanung auf der Tagesordnung.

"Wir sind davon ausgegangen, dass die Zeit von zwei Monaten ausreichen würde, uns etwas vorzulegen, nach dem wir entscheiden können", sagte SPD-Fraktionssprecher Dieter Schaper. "Wenn die vorhaben, uns wieder eine Stunde vor Sitzungsbeginn etwas zu präsentieren, dann sag ich: So läuft das nicht." Auch Guido Déus (CDU) möchte auch ein Modell sehen, das zeigt, wie die geänderte Fassade wirken wird: "Mir fehlt die Vorstellungskraft, wie diese neue Konstruktion aussehen wird."

Wie berichtet, haben die Investoren auf die ursprünglich von Architekt Robert Wetzels vorgesehene gläserne Außenhaut verzichtet. Wetzels hat daraufhin eine aus dreieckigen, verschiedenfarbigen Ziegelsteinen zusammengesetzte Fassade entworfen, die eine schuppenartige Struktur bildet.

Über die Verwaltung lassen die Investoren in der Vorlage mitteilen, dass die Fassadengestaltung überarbeitet worden sei, und dass sie davon ausgehen, "dass die nunmehr gefundene Lösung eine breite Zustimmung erfahren wird".

"Optimismus tut immer gut", so Schaper ironisch, der sich auch über die Antwort wegen der ebenfalls veränderte Außentreppe zum "Stadtbalkon" ärgert. In der Sondersitzung im Juli war nämlich aufgefallen, dass im neuen Modell die Treppe nicht mehr so breit wie ursprünglich ausfällt und die Sitzblöcke weggefallen waren. Im übrigen sei die Treppe "nicht schmaler geworden".

"So einfach geht's nicht", sagt Schaper. Vergleiche man beide Modelle, sehe man deutlich, dass die Treppe, die sich nach unten verbreiterte, einen ganz anderen Charakter erhalte. Das findet auch Déus: "Optisch ein immenser Einschnitt."

Irritiert sind die Politiker auch über die massiven Baumfällungen: Neben fünf großen Platanen, einer Kastanie und der Birke am Eingang zum Restaurant sollen noch sechs weitere kleinere Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen. Das geht aus dem Antrag auf Fällgenehmigung hervor. "Das war uns in dieser Dimension nicht klar", so Déus.